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24.08.2012 | Sommertour "Natürlich Vielfalt!"

Höfken: Mittelrhein-Winzer ver­knüpfen Weinbau mit Naturschutz

Weinbauministerin Ulrike Höfken

Ulrike Höfken und Matthias MüllerUnter dem Motto „Vielfalt der Kulturlandschaften“ radelte Umweltministerin Höfken am Freitag im Rahmen ihrer Sommertour durchs Mittelrheintal.

Zwischen Koblenz und Boppard ging es um die Vereinbarkeit von Naturschutz und wirtschaftlicher Nutzung der Weltkulturerbe-Landschaft: „Hier hat sich aufgrund der kleinräumigen Struktur das Prinzip Naturschutz durch Nutzung über Jahrhunderte hinweg erfüllt.

In den steilen Rebhängen leben Tiere und Pflanzen, die sonst im Mittelmeerraum zu Hause sind“, so Höfken. Sie lobte die Anstrengungen von Winzern und Landwirten, die Wein, Streuobst, Ziegenkäse und andere Produkte ideen- und erfolgreich regional vermarkten.


Ulrike Höfken auf ihrer Radtour im MittelrheintalWie Winzer aus dem Mittelrheintal den Weinbau mit ökologischen Maßnahmen verknüpfen, erfuhr Ministerin Höfken in den Weingütern Matthias Müller und Felsenkeller. Matthias Müller, der vom Weinführer „Gault Millau“ zum „Winzer des Jahres 2012“ gekürt wurde, bewirtschaftet in Boppard Rebflächen, die in Natura 2000-Gebieten liegen. „Damit punktet der Familienbetrieb auch bei der Vermarktung seiner exzellenten Weine“, stellte Höfken fest.

Stephanie und Gregor Schneider vom Weingut Felsenkeller haben vor acht Jahren ebenfalls in Boppard verbuschte Weinberge reaktiviert, die inzwischen ein Aushängeschild auch für den Tourismus sind. Neben Reben pflanzten sie Weinbergspfirsiche, die dazu beitragen, die geschützten Flächen offenzuhalten. „Seltene Arten wie das Weinhähnchen oder Segelfalter haben hier ein Zuhause gefunden und zeugen davon, dass Artenschutz und Weinwirtschaft Hand in Hand gehen können“, sagte Höfken.

Durch ein Fernrohr beobachtet Ulrike Höfken das Beweidungsprojekt Kamp-BornhofenAuf dem Programm der Ministerin stand zudem die Besichtigung des Beweidungsprojekts Kamp-Bornhofen auf der anderen Rheinseite, wo Ziegen und Exmoorponys die Steilhänge freihalten.

Und im Naturschutzgebiet „Hintere Dick“ bei Buchenau, wo die berühmte Mittelrheinkirsche auf Streuobstwiesen gedeiht, diskutierte sie mit Betriebsleitern über die Vermarktung regionaler Produkte. „Hier leben bedeutsame Arten wie Wendehals, Pirol und die Nachtigall, die deutlich machen, wie wichtig der Erhalt von Streuobstwiesen für den Erhalt der lebendigen Vielfalt ist“, sagte Höfken. Ihr Ministerium unterstütze ein Projekt zum Erhalt der Wiesen sowie zur Vermarktung des Obstes, das beim Bundesamt für Naturschutz beantragt werde.

Im UNESCO-Park Marienberg in Boppard klang die diesjährige Sommertour der Ministerin aus mit Produkten rund um die Mittelrheinkirsche, die das Landgasthaus „Eiserner Ritter“ präsentierte.

Weitere Bilder von der Sommertour finden Sie in der Bildergalerie.

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