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Startseite > Gesundheit > Giftinformation > Beratung bei Vergiftungen

Giftinformationszentrum schützt Verbraucher bei Vergiftung oder Verdacht

Das Mainzer Giftinformationszentrum ist rund um die Uhr für jedermann erreichbar



Egal, ob ein Kleinkind gerade eine unbekannte Beere gegessen oder einen Schluck aus der Spülmittelflasche getrunken hat oder ob ein Betriebsunfall mit Chemikalien stattgefunden hat, beim Mainzer Giftinformationszentrum kann sich jeder rasch die richtige Beratung einholen. Das Giftinformationszentrum in Mainz berät kostenlos rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr bei Verdacht, in Notfällen und bei chronischen Vergiftungen. Beraten werden Laien, Angehörige von Heilberufen, Kliniken sowie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste. Die Beratungen erfolgen überwiegend telefonisch, aber auch schriftlich und übers Internet. Sie umfassen Verhaltens- und Behandlungsmaßregeln bei Gifteinwirkungen aller Art, allgemeine Informationen über bestimmte Stoffe sowie Vorschläge zur Erkennung und Verhütung von Vergiftungen. Das Giftinformationszentrum berät auch bei Vergiftungen von Tieren. Das Giftinformationszentrum in Mainz ist eines von 9 bundesdeutschen Zentren. Es ist das offizielle Giftinformationszentrum der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen und wird von beiden Ländern anteilig finanziert. Es ist in das Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität integriert und der internistischen Intensivstation angeschlossen. Geschulte Ärzte stehen für Beratungen im Vergiftungsfall zur Verfügung und werden von Chemikern und Biologen unterstützt.

Das Giftinformationszentrum ist unter 06131/19240 (Notruf) oder 06131/232466 (Anfragen) erreichbar und unter www.giftinfo.uni-mainz.de im Internet präsent.

 

Das Mainzer Giftinformationszentrum legt seinen Jahresbericht 2007 vor



Das Giftinformationszentrum Mainz hat im Jahr 2007 über 30.000 Beratungen durchgeführt und hierbei 28.472 individuelle Fälle bear­beitet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Zuwachs von fast 10% hinsichtlich der Inanspruchnahme und der Beratungen. Von den beratenen 28.472 Fällen waren 91,7% potentielle oder tatsächliche Vergiftungen bei Menschen (26.113 Fälle), 2,6% Intoxikationen bei Tieren (735 Fälle) und 5,7% reine Anfragen zum Gefährdungspotential toxi­scher Substanzen ohne wirkliche Substanzexposition (1.617 Fälle). Von den 26.113 Vergiftungsfällen bei Menschen wurden unverändert zu etwa gleichen Anteilen Vergiftungen im Kindes- und Erwachsenenalter (je ca. 50%) beraten, der überwiegende Teil dieser Vergiftungen passierte in häuslicher Umgebung. Rund 52,8% aller Vergiftungsfälle beim Menschen zeigten keine relevanten Symptome, in den anderen Fällen kam es größtenteils zu leichten (36,8%), aber auch mittelschweren (6,7%) oder sogar schweren (2,2%) Symptomen. Die meisten Vergiftungen geschahen durch Medikamente (43,4%), im weiteren waren noch Chemikalien wie Reinigungs-, Putz- und Pflegemitteln (11,2%) sowie Pflanzen (11,0%) dominierende Substanzgruppen.

Der Bericht ist über die Homepage des Giftinformationszentrums Mainz abrufbar.

 

Das Mainzer Giftinformationszentrum warnt und klärt auf.



Die bei der Giftberatung gewonnenen Erkenntnisse der Giftinformationszentralen werden dokumentiert und ausgewertet. Ziel ist es, schnell zu erkennen, welche Stoffe oder Zubereitungen für den Menschen gefährlich sein können wodurch ein Frühwarnsystem für gefährliche Stoffe möglich ist. So konnte z.B. Anfang des vorletzten Jahres das Gefährdungspotential bestimmter Versiegelungs-Sprays (?Nano-Sprays?) direkt nach der Markteinführung erkannt und eine weitere Gefährdung der Verbraucher frühzeitig verhindert werden. Auch die Verbraucher sind aufgefordert beim Umgang mit gefährlichen Stoffen und Zubereitungen auf Warnhinweise, Sicherheitsratschläge und Aufbewahrungsempfehlungen zu achten. Kommt es dennoch zu einer Vergiftung oder nur zum Verdacht einer Vergiftung, ist unverzüglich Rat beim Hausarzt oder durch Anruf beim Giftinformationszentrum einzuholen. Hinweise zum grundsätzlichen Verhalten bei Vergiftung oder Verdacht sowie Erste-Hilfe-Maßnahmen sind auf der Homepage des Giftinformationszentrums (www.giftinfo.uni-mainz.de/gift_de/erste-hilfe/index_Erste_Hilfe.html) erreichbar.

Zusätzliche Informationen über allgemeine Vergiftungsfragen, heimische Pflanzen und Pilze sowie über aktuelle Meldungen der chemischen Industrie und Nahrungsmittelindustrie bei Schadens- und Vergiftungsfällen werden ebenfalls per Internet bereitgestellt.

 

Schön aber gefährlich ? Die Pflanzenliste des Mainzer Giftinformationszentrums.



Die ?Mainzer Pflanzenliste? geht auf eine seit über 30 Jahren andauernde Dokumentation aller Pflanzenberatungen zurück, die heute mehr als 36 000 Beratungen umfasst. Sie enthält Kurzinformationen zu gefährlichen und ungefährlichen Pflanzen und kann als Ratgeber bei der Bepflanzung von Gärten oder dem Kauf von Zimmerpflanzen herangezogen werden. Sie ist über die Homepage des Giftinformationszentrums abrufbar.

Die seit Jahren am häufigsten in der Beratung vorkommenden Pflanzen sind Eibe, Mahonie, Ficus benjamini und andere Gummibaum-Arten, Holunder, Lorbeerkirsche, Geissblattgewächse, Feuerdorn und Liguster. In der ?Hitliste? der letzten 30 Jahre ist auch die Tabakpflanze (als Zigarette) mit auf den vorderen Rängen vertreten. Zu den aktuellen ?Spitzenreitern? gehört zum Beispiel die Engelstrompete, die neuerdings als Zierpflanze eine große Rolle spielt und so durch versehentliche Einnahme bei Kindern, aber auch durch missbräuchliche Anwendung als Drogenpflanze vermehrt zu Vergiftungen führt. Das Mainzer Giftinformationszentrum stellt im Internet (www.giftinfo.uni-mainz.de/gift_de/pflanzen/Index_Pflanzen.html) die für die Jahreszeit charakteristischen Pflanzen vor. Zusätzlich werden einige besonders häufig in der Beratungspraxis vorkommenden Pflanzen aufgeführt, die durch Verwechslung z.B. mit Küchenkräutern zu Vergiftungen führen.