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19.12.2005 | Umweltministerin Conrad gibt Startschuss für Projekt in Kordel

Hochwasserschutz: Umweltministerin Conrad gibt Startschuss für Projekt in Kordel

Umweltministerin Margit Conrad hat heute mit dem ersten Spatenstich den offiziellen Baubeginn für die Hochwasserschutzmaßnahme in Kordel eingeleitet. Der tiefliegende Kernbereich von Kordel auf der rechten Kyllseite und der Bereich "" Ehranger Stra-ße"" auf der linken Seite sollen vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis geschützt werden. Dazu sind der Bau von neuen Hochwasserschutzmauern und Deichen entlang der Kyll bzw. die Verstärkung eines Bahndammes in Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten vorgesehen. Am Welschbilliger Bach sollen vorhandene Schutzmauern erhöht und zum Teil auch neu gebaut werden. Teilweise ist eine mobile Hochwasserschutzanlage vorgesehen. Die Anlagen sollen auch hier einem 100-jährlichen Hochwasserereignis standhalten. Im Bereich des Welschbilliger Baches ist außerdem mit ansteigendem Grundwasser zu rechnen. Deshalb ist entlang des Baches eine Untergrundabdichtung auf einer Länge von ca. 200 Metern vorgesehen.

 

Die Baukosten werden ca. 3,5 Mio. Euro betragen, von denen das Land knapp 2 Mio. Euro übernimmt. Die Fertigstellung ist für Mitte 2007 geplant.

 

Seit 1991 wurden in Rheinland-Pfalz örtliche Hochwasserschutzprojekte mit einem Gesamtvolumen von 110 Mio. Euro fertig gestellt, so z.B. an Mosel, Mittelrhein und Nahe. Weitere Projekte für insgesamt 60 Mio. Euro sind geplant.

 

Für den Bereich der Sauer und der Our wird ein länderübergreifendes Hochwasserschutzkonzept erarbeitet. Ziel dieser Konzeption ist es, alle vorgesehenen Hochwasserschutz- bzw. Ausgleichsmaßnahmen entsprechend zu koordinieren. Außerdem soll der vorbeugende Hochwasserschutz in den Flächennutzungs- und Bauleitplanungen verankert werden.

 

Rheinland-Pfalz betreibe nach Conrads Worten bereits seit vielen Jahren den kontinuierlichen Ausbau von Hochwasserschutzmaßnahmen und setze diese konsequent und zügig um. ""Hochwasservorsorge und Hochwasserschutz bedeuten ganz konkret Investitionen für Sicherheit und Lebensqualität. Deshalb haben wir in diesem Bereich trotz aller Sparbemühungen in den letzten Jahren keinerlei Abstriche gemacht,"" so die Ministerin. Seit 1991 wurden in Rheinland-Pfalz örtliche Hochwasserschutzprojekte mit einem Gesamtvolumen von 110 Mio. Euro fertig gestellt, so z.B. an Mosel, Mittelrhein und Nahe. Weitere Projekte für insgesamt 60 Mio. Euro sind geplant.

 

Das Hochwasserschutzkonzept von Rheinland-Pfalz hat international Anerkennung gefunden und war Vorbild für den Hochwasseraktionsplan Rhein. In den vergange-nen 10 Jahren sind über 410 Mio. Euro für den Hochwasserschutz in der Fläche, am Oberrhein und für örtliche Hochwasserschutzmaßnahmen investiert worden. Bis 2015 sollen weitere 400 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden.

 

Doch Hochwasserschutz ist nach Worten von Ministerin Conrad mehr als der Bau von Deichen und Mauern. Auch die Hochwasservorsorge ist ein wichtiger Bestandteil des Konzepts der Landesregierung. So sind in Rheinland-Pfalz fast alle Überschwemmungsgebiete erfasst, die zum Schutz des vorhandenen und notwendigen Retentionsraums und zur Vermeidung weiterer Schäden an den Flüssen "" so auch an der Kyll - erforderlich sind. Hierbei handelt es sich um 3 700 Kilometer von 15 000 Kilometern Gewässer in Rheinland-Pfalz.

 

Weitere Informationen für Bürger, Planer und Kommunen liefern die Hochwassergefahrenkarten, die für einige Flüsse in Rheinland-Pfalz schon vorliegen. Die Hochwassergefahrenkarten der Kyll sind im bereits vorliegenden ""Gefahrenatlas Mosel"" enthalten. Sie zeigen über die Grenzen der festgestellten Überschwemmungsgebiete auf, welche Bereiche auch bei extremen Hochwasserereignissen überschwemmt werden können, und wie groß die Gefährdung an einzelnen Punkten bei Hochwasser ist.

 

Die Ministerin bezeichnete den Hochwassermeldedienst als wichtigste Informationsquelle für eigenverantwortliche Vorsorge im drohenden oder akuten Hochwasserereignis. Der Hochwassermeldedienst werde laufend auf den neusten Stand der Entwicklung angepasst und müsse gekoppelt sein mit einer sich verbessernden Wettervorhersage, wie sie von allen Ländern vom Deutschen Wetterdienst eingefordert werde. ""Wir haben vor, Hochwasserwarnungen auch für kleinere Gewässer heraus-zugeben. Für diese ist ein herkömmlicher Hochwassermeldedienst aufgrund der kurzen Fließzeiten nicht möglich. Dieses Frühwarnsystem wird voraussichtlich ab 2008 zur Verfügung stehen,"" kündigte Conrad an.

 


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