
Die Landesregierung schreibt einen mit 20.000 Euro dotierten Forschungspreis des Landes Rheinland-Pfalz aus zur Auszeichnung von hervorragenden wissenschaftlichen Arbeiten, die die Entwicklung von Alternativmethoden zum Ersatz oder der Ver-ringerung von Tierversuchen voranbringen. Dies erklärte Umweltministerin Conrad anlässlich der Veranstaltung des Umweltministeriums ""Alternativen zum Tierversuch "" was können Ersatzmethoden leisten"""" im Erbacher Hof in Mainz.
""Wir wollen einen Anreiz setzen und die Bemühungen um die Forschung in diesem Bereich verstärken. Auch wenn auf eine Reihe von Tierversuchen derzeit noch nicht verzichtet werden kann, so ist es aus Gründen des Tierschutzes dennoch unser Ziel, die Anzahl der Tierversuche zu verringern und, wenn möglich, zu ersetzen. Wir hoffen, dass sich viele Forscherinnen und Forscher dadurch angesprochen fühlen. Sie haben die Chance unseren Forschungspreis zu erhalten"", stellte Umweltministerin Margit Conrad fest.
""Die Zahl der Tierversuche hat sich in den letzten 15 Jahren mehr als halbiert, was unter anderem auf gesetzliche Bestimmungen und das Versagen von Genehmigungen zurückzuführen ist. Jetzt kommt den Ersatz- oder Ergänzungsmethoden die entscheidende Rolle zu, wenn man Tierversuche reduzieren will.""
Denn bei der Zulassung von zum Beispiel Arznei- oder Pflanzenschutzmitteln, bei Chemikalien oder bei der Erprobung von Methoden zur Diagnostik oder Therapien von Krankheiten sind Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben.
Der ""Preis des Landes Rheinland-Pfalz zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden für Tierversuche in der wissenschaftlichen Forschung und der Lehre"" fördert die Entwicklung von Methoden, um
ï‚§ Tierversuche zu ersetzen ("Replacement");
ï‚§ die Zahl der Versuchstiere zu reduzieren ("Reduction");
ï‚§ das Leiden und die Schmerzen der Versuchstiere zu vermindern ("Refinement").
Hierzu zählen auch Projekte, die bestehende Ansätze aufgreifen und für die breite Anwendung in der Praxis fortentwickeln.
Der Preis wird alle zwei Jahre ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist am 1. Juli 2006.
Die Preissumme von 20.000 Euro kann ganz oder geteilt vergeben werden.
Die Preisvergabe durch die Ministerin für Umwelt und Forsten, Margit Conrad, erfolgt auf Vorschlag einer Fachjury.
Der Jury gehören Vertreterinnen und Vertretern
"" der Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ergänzungs- und Ersatzmethoden zur Tierversuch (ZEBET)
"" aus Wissenschaft und Forschung
"" des Ministerium für Umwelt und Forsten und diesem nachgeordneten Behörden
"" des Tierschutzbeirates des Landes
"" der beratenden Kommission nach § 15 TierSchG (Tierschutzkommission) an.
Direkt bewerben können sich in Rheinland-Pfalz ansässige Forschungseinrichtungen, Unternehmen oder wissenschaftlich tätige Personen mit ihren Projekten.
Bewerbungen aus anderen Bundesländern sind möglich. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz sowie Tierschutzorganisationen können Vorschläge einreichen. Die Bewerbungen sind in elektronischer Form unter RP-Hygiene(at)mufv.rlp.de einzureichen.
Auskunft erteilt das Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz, Kaiser-Friedrich-Str. 1, 5516 Mainz, e-Mail: RP-Hygiene(at)mufv.rlp.de oder Telefon 01613-16-4415; www.mufv.rlp.de
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