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27.09.2005 | 10 Jahre Aktion Blau - Abenteuer an der Lauter

10 Jahre Aktion Blau - Abenteuer an der Lauter

Umweltministerin Margit Conrad: ""Über 100 Projekte und 107 Bachpatinnen und "" paten setzten sich für naturnahe Gewässer ein""

Die Aktion Blau ist 10 Jahre alt und sie steht für wichtige Impulse für die regionale Entwicklung. Mit einer Reihe regionaler Veranstaltungen wird die Aktion Blau in diesen Wochen vor Ort gefeiert. Informationen zu unterschiedlichsten Aktivitäten standen auf der Tagesordnung beim Aktion-Blau-Erlebnistag in Kaiserslautern mit dem Einzugsgebiet von Nahe, Glan, Lauter und Alsenz sowie Otterbach, Schwarzbach und Hornbach. Unter dem Motto ""Abenteuer an der Lauter"" hatte Umweltministerin Margit Conrad Kinder, Jugendliche, Familien und die Akteure vor Ort eingeladen, mehr zu erfahren über unsere Gewässer und naturverträglichen Hochwasserschutz.

Das Gebiet der Nahe umfasst die Kreise Donnersberg, Bad Kreuznach, Birkenfeld, Kaiserslautern, Alzey-Worms, Mainz-Bingen und Rhein-Hunsrück; das Schwarzbachgebiet erstreckt sich auf die Kreise Pirmasens, Zweibrücken, Südwestpfalz, Kaiserslautern und Kusel. Allein in den Landkreisen Birkenfeld, Kaiserslautern, Südwestpfalz und Donnersberg wurden mit den drei kreisfreien Städten in die Gewässerrenaturierung und ""entwicklung 7,1 Millionen Euro investiert; die Förderung des Landes betrug 6,3 Millionen Euro. Damit wurden bisher 107 Renaturierungsprojekte geplant oder umgesetzt.

Das Naheprogramm ist ein Kernstück der Aktion Blau: im 4000 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet der Nahe mit zum Beispiel dem Simmerbach, dem Idarbach oder dem Guldenbach, wurden entlang von Flüssen und Bächen mit einer Länge von über 5600 Kilometer an den hochwassergefährdeten Gewässern 525 Kilometern Überschwemmungsgebiete ausgewiesen, 54 Rückhaltemaßnahmen mit rund 150.000 Kubikmetern Retentionsvolumen geschaffen und für die Gewässerentwicklung fast 310 Kilometer Gewässerrandstreifen ausgewiesen. Investitionen in Höhe von 60 Millionen Euro wurden in den vergangenen zehn Jahren für Gewässerrenaturierung und die Bodenordnung im Bereich der Nahe umgesetzt. Ökologisch standortgerechte Landnutzung, Renaturierung der Bachauen und Schaffung natürlicher Retentionsräume zum Hochwasserschutz sind die wichtigsten Elemente des wegweisenden Projektes.

""Wir wollen mit unseren Partnern und allen, die sich für die Aktion Blau engagieren, vor allem mit den gewässerunterhaltungspflichtigen Verbandsgemeinden und Landkreisen, den Bachpaten, Landwirten, Verbänden sowie den Grundstückseigentümern den gemeinsamen Erfolg würdigen"", sagte Conrad.
107 Bachpatinnen und ""paten, insbesondere aus dem Kreis der Angelsportvereine, die 48 Patenschaften übernommen haben, sind aktiv. Das Interesse an intakten Gewässern ist ungebrochen: Allein in den beiden vergangenen Jahren wurden 33 neue Patenschaften abgeschlossen.

Umweltministerin Conrad nannte Beispiele für die Erfolge der Aktion Blau:
zum Beispiel das Herstellen der ökologischen Durchgängigkeit des Alsenzwehres für Fische oder die naturnahe Gestaltung des Degenbachs; zugleich wurde der Rückhalteraum für Hochwasser erhöht. An der Lauter wurde eine naturnahe, Landschafts- und gewässerverträgliche Wasserrückhaltung realisiert: die dreistufige Speicherkaskade mit flachen Erdwällen bewirkt, dass das Wasser in der Aue möglichst lange zurückgehalten wird. Das Rückhaltevolumen der Aue wurde von ursprünglich 40.000 auf 105.000 Kubikmeter vergrößert und die Abflusskapazität des Gewässers durch naturnahe Gestaltung so weit reduziert, dass die Lauter frühzeitig und breitflächig das Gewässerbett verlässt und in die Gewässeraue austritt und damit stärker zurückgehalten wird.
Conrad: ""Durch Renaturierung erhalten die Gewässern wieder ihr natürliches Bett zurück und die Auen werden wiederhergestellt. Damit wird der natürliche Hochwasserrückhalt erhöht. Dies dient nicht nur dem Wohle von Pflanzen und Tieren sondern auch den Menschen in unserer Heimat.
Sie kündigte eine Erhöhung der Förderung von Renaturierungsmaßnahmen an: ""Gerade weil die Ziele so ehrgeizig sind, werden wir die finanzielle Förderung auf bis zu 90 Prozent anheben.""

Die Bilanz der Aktion Blau ist beeindruckend: Es gibt landesweit mittlerweile über 250 Gewässerpflegepläne, die eine Gewässerstrecke von insgesamt rund 4.000 Kilometern umfassen; das entspricht über einem Viertel der gesamten Wasserläufe in Rheinland-Pfalz. 500 Gewässerrückbauprojekte, 320 Kilometer lang, befinden sich in Planung oder Umsetzung. Mit einer Vielzahl erfolgreicher Projekten und Investitionen in Höhe von rund 70 Millionen Euro zu einer Erfolgsstory entwickelt. Die Bürgerinnen und Bürger sind eingebunden: landesweit 800 Bachpaten bilden ein wichtiges Bindeglied zwischen der Bevölkerung und den Gewässerunterhaltungspflichtigen. Sie zeigen, dass das Ehrenamt auch im Umweltschutz große Bedeutung hat.

Die Ministerin bezeichnete es als großartigen Fortschritt, dass die Bäche und Flüsse im Land wieder weitgehend sauberes Wasser führen. ""Hier wurden in den letzten Jahrzehnten enorme, nicht zuletzt auch finanzielle Anstrengungen für den Bau von Kanälen und Kläranlagen unternommen. Für den Bau von kommunalen Kläranlagen wurden in den vergangenen 40 Jahren etwa 6 Milliarden Euro ausgegeben."" Industrie und Gewerbebetriebe hätten einen etwa gleich hohen Betrag investiert. ""Waren vor 30 Jahren noch mehr als 30 Prozent der Gewässer stark oder übermäßig verschmutzt, so sind es heute nur 1,5 Prozent. Durch die gemeinsamen Anstrengungen konnte der damalige miserable Zustand soweit verbessert werden, dass heute über 90 Prozent der Gewässer die Güteklasse II oder besser erreicht haben,"" zog Conrad Bilanz.

Intakte Gewässer sind jedoch mehr als nur sauberes Wasser. Auch das Gewässerbett und sein Umfeld spielen eine Rolle. Neben der Wasserqualität gelte es daher, im Rahmen der ""Aktion Blau"" Gewässer von Hindernissen für Fische und andere Lebewesen zu befreien, Begradigungen von Fluss- und Bachläufen wo möglich zurückzubauen, Auen wiederherzustellen und Bepflanzungen vorzunehmen.

Damit zielt die Aktion Blau auch darauf ab, den Menschen eine attraktive und erlebnisreiche Heimat zu erhalten. Sie ist eng mit den Aktivitäten ""Kinderfreundliches Rheinland "" Pfalz"" des Ministerium für Umwelt und Forsten verbunden. In den vier Landkreisen und drei kreisfreien Städten sind im Programm zur Schaffung naturnaher Erlebnisspielräume 43 Projekte gemeldet; bisher wurden 35 Projekte mit einer Investitionssumme von 1,2 Mio. Euro gefördert.


Herausgeberin: Staatsministerin Margit Conrad
Verantwortlich für den Inhalt: Stefanie Mittenzwei
Kaiser-Friedrich-Straße 1
55116 Mainz
Telefon: 06131/164645
Telefax: 06131/164649
e-mail: presse@mufv.rlp.de

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