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29.09.2005 | Landeskongress Lokale Agenda 21

Landeskongress Lokale Agenda 21

Umweltministerin Margit Conrad: ""Erneuerbare Energien sind Jobmotor und bieten enorme Chancen für Unabhängigkeit sowie Klimaschutz""

Beim 9. Landeskongress Lokale Agenda 21 Rheinland-Pfalz hat Umweltministerin Margit Conrad die Agenda-Gruppen aufgefordert, sich vor Ort fürs Energiesparen, für Erneuerbare Energien und Effizienztechnologien einzusetzen, um so Klimaschutz und Umweltqualität voranzubringen und den damit verbundenen möglichen Jobmotor zu starten, der bis 2020 bundesweit 400.000 zusätzliche Arbeitsplätze bringen könne.

""Im Regelfall sind die meisten der neuen Technologien heute schon wirtschaftlich umsetzbar"", sagte Conrad, ""es ist vor allem fehlendes Wissen, das die Umsetzung noch hemmt, aber auch das Vorurteil, Effizienztechnologien und Erneuerbare Energien seien zu teuer und hätten kein Potential. Hier können die Aktiven der Agenda 21 aufklärend wirken.""

Unter dem Titel ""Neue Energien schaffen Arbeitsplätze im Land"" forderte die Umweltministerin zur Eröffnung der Veranstaltung einen neuen Umgang mit Energie. Eingeladen hatten die Landeszentrale für Umweltaufklärung (LZU) Rheinland-Pfalz und die Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel jene rund 220 rheinland-pfälzischen Kommunen, die in der Lokalen Agenda 21 aktiv sind. Darunter sind sämtliche Landkreise, alle kreisfreien Städte und mehr als die Hälfte aller Verbandsgemeinden und verbandsfreien Gemeinden. Im bundesweiten Vergleich nimmt Rheinland-Pfalz damit einen Spitzenplatz ein.

""Ein Umsteuern im Energiesystem ist nicht nur zum Schutz unserer Lebensgrundlagen erforderlich. Es ist auch zunehmend aus volkswirtschaftlichen Gründen zwingend, von den fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas wegzukommen."" Für Gas und Öl habe ein Haushalt in diesem Jahr durchschnittlich 176 Euro mehr zu zahlen. Steigende Energiepreise führten zu Wachstumsschwäche und Arbeitsplatzverlusten. Aber, so Conrad, Deutschland verfüge über Alternativen.

""Schon heute haben wir im Bereich Erneuerbare Energien 130.000 Arbeitsplätze. In 1998 waren es erst 70.000 "" das bedeutet ein Wachstum um 86 Prozent. Seit 2000 ist der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung von rund 6 auf 11 Prozent gestiegen, der Anteil am Primärenergieverbrauch von etwa 2 auf 3,6 Prozent "" das ist fast eine Verdopplung und gilt auch für Rheinland-Pfalz"", stellte Conrad fest.
Vor allem klein- und mittelständische Firmen hätten über zwei Jahrzehnte gegen viele Widerstände Technologieentwicklung betrieben. Heute seien diese neuen Technologien ein Thema auch der Großindustrie.
Sie hält das von der Bundesregierung gesteckte Ziel, bis 2020 20 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien zu gewinnen, für mehr als erreichbar. Damit würden 140.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, sagte Conrad.

Die Bemühungen um den Klimaschutz auch als Jobmotor beruhen auf den drei Säulen: Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien.

1,62 Millionen Wohnungen, das sind 80 Prozent aller vor 1979 entstandenen Bauten in Rheinland-Pfalz müssen hinsichtlich ihres Energieverbrauchs saniert werden. Das Land bietet mit der Schornsteinfeger-Innung kostenlos ""1.000 Energieberatungen"" an sowie ein Investitionsförderprogramm. 86.000 Öl- und 35.000 Gasheizungen im Land sind älter als 23 Jahre und damit sanierungsbedürftig. Der Austausch dieser Anlagen birgt ein Investitionsvolumen von geschätzt einer Milliarde Euro. Conrad: ""Ein Schub in der Gebäudesanierung ist im Interesse der Umwelt und von Wachstum und Beschäftigung.""

Sie setzt im auf neue Technologie zur Energiegewinnung zum Beispiel mittels Wärmepumpen oder dezentraler Kraft-Wärme-Kopplung, auf solare Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung durch Solarenergie, auf Blockheizkraftwerke und, besonders in den ländlichen Regionen, auf Biomasseheizsysteme und Biogasanlagen sowie auf die verstärkte Nutzung von Holz.
Zusätzlich wird die Landesregierung die Einrichtung eines Kompetenzzentrums Geothermie und Wärmepumpen an der Universität Mainz in Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen Bingen und Mainz fördern, um die Wissenschaftskompetenz in dieser in Rheinland-Pfalz bisher noch vernachlässigten Zukunftstechnologie aufzubauen.

Conrad: ""Klimaschutz ist unsere wichtigste Zukunftsaufgabe, weil er die Lebensbedingungen der nachfolgenden Generationen bestimmt. Mehr Klimaschutz bedeutet auch mehr Arbeitsplätze. Beides gehört zu den wichtigsten Aufgaben, die unsere Gesellschaft zu lösen hat.""


Herausgeberin: Staatsministerin Margit Conrad
Verantwortlich für den Inhalt: Stefanie Mittenzwei
Kaiser-Friedrich-Straße 1
55116 Mainz
Telefon: 06131/164645
Telefax: 06131/164649
e-mail: presse@mufv.rlp.de

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