
Umweltministerin Margit Conrad hat heute die Ortsgemeinden bekannt gegeben, die 2006 den Sonderpreis für ""Vorbildliche ökologische Leistungen in der Gemeinde"" erhalten. Die Auszeichnung geht an Schmitshausen (Verbandsgemeinde Wallhalben, Landkreis Südwestpfalz) und Hatzenport (Verbandsgemeinde Untermosel, Landkreis Mayen-Koblenz). Der Sonderpreis wird in Zusammenhang mit dem Wettbewerb ""Unser Dorf hat Zukunft"" vergeben. Schmitshausen erhält 3.000 Euro, Hatzenport 2.000 Euro.
Margit Conrad lobte den hohen ehrenamtlichen Einsatz der Beteiligten: ""Naturnahe Gestaltung verschönert das Ortsbild, schafft neue Lebensräume, trägt zum Erhalt unserer Kulturlandschaft bei und steigert den Wohnwert und die Lebensqualität einer Gemeinde.""
Lob für Einzelleistungen zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung gab es außerdem für die Gemeinden Veldenz (Kreis Bernkastel-Wittlich), Steffeln (Kreis Daun), Kappeln (Kreis Kusel) und Eulenbis (Kreis Kaiserslautern), die sich auch beworben hatten.
Schmitshausen mit seinen 467 Einwohnern entwickelt seit 4 Jahrzehnten besondere Aktivitäten bei der Begrünung des Ortes. Auf ihre im Landkreis einzigartige Initiative wurde zum Beispiel der gesamte wertvolle ortsprägende Baumbestand unter Schutz gestellt. Mit der Begrünung von Straßenzügen, der sensiblen Gestaltung des Landfriedhofes, der Einrichtung eines naturnahen Kinderspielplatzes, der Pflanzung und Pflege von Streuobstbeständen, Hecken, Gebüschen und Einzelbäumen im Au-ßenbereich steigerte die Gemeinde die ökologische-gestalterische Qualität im Siedlungsbereich und in der Gemarkung erheblich. Außerdem informiert seit vier Jahrzehnten ein kleiner Kreis aktiver Dorfbewohner die Mitbürgerinnen und Mitbürger kontinuierlich mit Vorträgen, Ausstellungen und Broschüren über Umwelt- und Naturschutz. Zugleich hilft die Gruppe bei der praktischen Umsetzung. Hervorzuheben sind auch die vorbildlichen Leistungen zusammen mit Kindern und Jugendlichen. Gemeinsam wurden unter anderem ein Bolz- und Korbballplatz angelegt und begrünt, ein Bouleplatz und eine Rasthütte gebaut, ein Spieltreff ausgestaltet, ein Jugendzeltplatz und ein Wildrosenhang bepflanzt sowie ein Waldlehrpfad gestaltet. Dabei haben sich die Jugendgruppe der freiwilligen Feuerwehr und die Waldjugend besonders hervorgetan.
Die 675 Einwohner zählende Gemeinde Hatzenport wird für ihren besonderen Einsatz zur Wiederbelebung und Erhaltung der Kulturlandschaft an der Mosel ausgezeichnet. Im Zusammenwirken von Gemeinde, Verbandsgemeinde, Naturschutzbehörde und Ökostiftung Untermosel gelang es, für die Pflege eines bedeutenden Teils wertvoller Biotopflächen an den Steilhängen zu sorgen. Seit dem Wiederaufbau alter Weinbergsmauern und Weinbergshäuschen findet eine beachtenswerte Wiederbelebung der heimischen Weinbaukulturlandschaft mit ihren lokaltypischen Wärme und Trockenheit liebenden Arten statt. Die Gemeinde berücksichtigt dabei in der Wegeführung den Lebensraum von wertvollen und stark gefährdeten Arten, wie den Wanderfalken, den Uhu, den Apollofalter oder Eidechsenarten. Auch den zur Gemarkung gehörenden Moselaltarmen als wertvolle Biotope mit reichhaltiger Vogel- und Libellenfauna gilt ihre Aufmerksamkeit. Über die Bedeutung der typischen Kulturlandschaft und die Aktivitäten zu Ihrer Erhaltung informiert seit 1992 der örtliche Fremdenverkehrs- und Heimatverein die einheimische Bevölkerung und Erholungssuchende in Vorträgen und auf geführten Wanderungen.
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