
Für den Erhalt und die Regeneration von Borstgrasrasenflächen in Rheinland-Pfalz werden der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz rund 2 Millionen Euro aus dem EU-LIFE-Programm der Europäischen Kommission bewilligt.
Einen entsprechenden Förderantrag hatte die Stiftung im vergangenen Jahr länderübergreifend mit der Naturlandstiftung Saar, der Fondation Hëllef fir d`Natur aus Luxemburg und der belgischen Naturschutzvereinigung Natagora gestellt. Insgesamt beträgt das Finanzvolumen des Vorhabens, das eine Laufzeit von vier Jahren hat, rund 3,8 Millionen Euro.
""Das landes- und länderübergreifende Engagement zum Erhalt und zum Schutz von seltenen Borstgrasrasen ist ein wichtiger Baustein zur Förderung der Biodiversität durch die Erhaltung besonderer Lebensräume in Mitteleuropa"", betonte die rheinland-pfälzische Umweltministerin und Vorsitzende der Stiftung Natur und Umwelt, Margit Conrad. ""Dabei soll neben der Pflege von Flora und Fauna auch die Identifikation der Bevölkerung vor Ort für den aus der historischen Nutzung hervorgegangenen Lebensraum ""Borstgrasrasen"" gefördert werden"", so Conrad.
In Rheinland-Pfalz bestehen drei aktuelle Verbreitungsschwerpunktareale in den höheren Lagen von Eifel und Westerwald sowie dem Hunsrückkamm. Weitere vereinzelte Vorkommen verteilen sich über das gesamte Land. Die Gesamtfläche der im Projekt berücksichtigten Borstgrasrasen beträgt rund 200 Hektar. Die 6 FFH-Gebiete befinden sich in den Kreisen Westerwald (Feuchtgebiete und Heiden des Hohen Westerwaldes), Daun (Gerolsteiner Kalkeifel sowie Obere Kyll und Kalkmulden der Nordeifel), Birkenfeld (Hochwald), Wittlich (Idarwald) und Trier-Saarburg (Ruwer und Seitentäler).
Ziel des Projektes ist es, in Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Belgien und in Luxemburg den Lebensraum für Borstgrasrasen wieder herzustellen und zu entwickeln. Gleichzeitig soll der Bestand der für diese Flächen typischen Pflanzen- und Tierarten gesichert werden. Zudem erfolgt eine Vernetzung der Flächen in den drei Ländern, die die Stabilisation, Ausdehnung und Entwicklung der einzelnen Teilflächen unterstützen wird.
Borstgrasrasen sind kurzrasige Wiesen und Weiden der Mittelgebirge und Lebensraum zahlreicher charakteristischer sowie oftmals gefährdeter Pflanzen- und Tierarten. Die Flächen entstanden aus der historischen Landbewirtschaftung mit extensiver Beweidung und Mahd, wodurch ihnen auch eine kulturgeschichtliche Bedeutung zukommt. Mittlerweile gehören sie in Rheinland-Pfalz wie auch in anderen vergleichbaren Mittelgebirgslandschaften allerdings zu den am stärksten gefährdeten Lebensraumtypen. Die Ursachen hierfür liegen vor allem in der Nutzungsaufgabe, aber auch der Nutzungsintensivierung und der Aufforstung der betroffenen Flächen.
Für die Regeneration der Borstgrasrasen werden in einem ersten Schritt Flächen angekauft oder gepachtet. Danach stehen deren Entbuschung, die Beseitigung von Schösslingen sowie die Entfernung standortfremder Gehölze an. Zu den weiteren Maßnahmen gehören die Instandsetzungs- bzw. Erstmahd von mageren Brachen mit entsprechendem Artenpotential. Langfristig sind die Flächen mittels Mahd oder extensiver Beweidung durch ortsansässige Landwirte zu erhalten. Eine rege Öffentlichkeitsarbeit soll die Akzeptanz für das Projekt und das europäische Netz NATURA 2000 fördern.
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