
Über 4200 Proben von Wildvögeln aus ganz Rheinland-Pfalz wurden bisher im Landesuntersuchungsamt auf das hoch ansteckende H5N1-Geflügelpestvirus getestet "" alle Untersuchungen verliefen negativ. ""Wir lassen nicht nach. Das Geflügelpest-Frühwarnsystem läuft weiter"", stellt Umweltministerin Margit Conrad fest. Ziel der Untersuchungen sei es, jederzeit einen Überblick über die Situation zu haben. ""So können wir im Seuchenfall sofort reagieren und unsere heimischen Geflügelbestände schützen"". Sie dankte insbesondere den Jägern und Naturschützern, die Proben für das Untersuchungsprogramm sammeln.""
In Rheinland-Pfalz läuft das Monitoring-Programm seit September 2005. Schwerpunktmäßig werden Wildenten, Wildgänse, Schwäne und Mäusebussarde auf Geflügelpest untersucht. Die Zahl der Untersuchungen wird vermutlich in der kalten Jahreszeit, wenn vermehrt tote Vögel aufgefunden werden, wieder ansteigen. Das Monitoring bei erlegten Vögeln durch die Jäger hat im September wieder begonnen und dauert bis zum Ende der Jagdzeit im Januar. Kotproben-Untersuchungen finden kontinuierlich über das Jahr statt.
Am 14. Februar wurde erstmals in Deutschland der Erreger der Geflügelpest bei Wildvögeln nachgewiesen. Nach dem Auftreten der Tierseuche auf Rügen hatte Umweltministerin Conrad eine verstärkte Kontrolle von Wasservögeln und von Wasserflächen, wo Zugvögel rasten, angeordnet. Das Monitoring frei lebender Vögel wurde gezielt ausgeweitet.
Das Risiko einer Einschleppung der Geflügelpest über Wildvögel wird in Risikogebieten weiterhin als hoch eingestuft. Darunter fallen Gebiete mit hoher Geflügeldichte und Gebiete im Umfeld von Lebensräumen für Wat- und Wasservögel. Innerhalb der Risikogebiete, die regelmäßig überprüft werden, gilt nach wie vor die Stallpflicht. Hiervon ist in Rheinland-Pfalz weniger als ein Prozent der Landesfläche betroffen. Eine landesweite Stallpflicht ist nach derzeitiger Einschätzung nicht erforderlich. Die Risikogebiete werden aber regelmäßig und unter Berücksichtigung der aktuellen Seuchen-Situation überprüft. Dies trifft insbesondere auf die jetzt beginnende Zeit des Vogelzuges zu.
In Rheinland-Pfalz gibt es mehr als 12.000 Geflügelhaltungen mit insgesamt etwa zwei Millionen Tieren. Hühner werden mit etwa 1.650.000 Tieren am häufigsten gehalten; es überwiegt die Haltung von Legehennen. Der Umfang der Schlachthähnchenproduktion ist mit rund 55.000 Tieren im Vergleich gering. Die Zahl der gehaltenen Gänse und Enten schwankt saisonal stark.
Seit dem 10. Mai darf das Nutzgeflügel wieder ins Freie "" sofern der Geflügelhof nicht in einem Risikogebiet liegt. Prinzipiell wird den Haltern empfohlen, den direkten und indirekten Kontakt ihres Geflügels mit Wildvögeln zu vermeiden oder, sofern dies nicht möglich ist, zumindest zu reduzieren. Bei vermehrten Todesfällen im Geflügelhof oder Problemen im Bestand wird angeraten, den Tierarzt hinzuziehen und die Tiere auf Geflügelpest untersuchen zu lassen. Der wirtschaftliche Schaden im Falle eines Ausbruchs bei Hausgeflügel kann sehr hoch sein.
Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, die Augen offen zu halten und das vermehrte Auffinden von bestimmten toten Vögeln der zuständigen Behörde (Kreisverwaltung oder Verwaltung der kreisfreien Städte) zu melden: Hinweise sollen nur bei Wildenten, Wildgänsen, Schwänen oder Mäusebussards, die offensichtlich nicht aus anderen Gründen umgekommen sind, erfolgen. Einzelne tote Singvögel sind nicht zu melden. Grundsätzlich sollte der direkte Kontakt von Menschen oder Haustieren zu toten oder kranken Vögeln vermieden werden.
Umweltministerin Margit Conrad warnte vor Panik und betonte erneut, dass bei Einhaltung dieser Vorsichtsmaßnahmen die Tierseuche für Menschen ungefährlich ist: ""Geflügelfleisch und auch Eier können bei uns bedenkenlos verzehrt werden, wenn die üblichen Hygienemaßnahmen beachtet werden und das Fleisch durchgegart ist.""
Weitere Informationen zur Geflügelpest erhalten Sie auf der Themenseite Geflügelpest sowie unter www.lua.rlp.de oder www.fli.bund.de und www.rki.de
Verantwortlich für den Inhalt: Stefanie Mittenzwei
Kaiser-Friedrich-Str. 1
55116 Mainz
Telefon: 06131-164645
Telefax: 06131/164649
e-mail: presse@mufv.rlp.de
