
Optimiertes Konzept für Rheingütestation Worms: Umweltminister der Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg unterzeichnen Vereinbarung
Mit der Unterzeichnung einer neuen Verwaltungsvereinbarung über den gemeinsamen Betrieb der Rheingütestation Worms setzen die drei Länder Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg ihre erfolgreiche Zusammenarbeit im Gewässerschutz fort. Die drei Länder betreiben seit 1990 gemeinsam beim Rhein-Kilometer 443,4 eine Messstation. Die Verwaltungsvereinbarung über diese Zusammenarbeit endete 2005; danach erfolgte der Weiterbetrieb auf der Grundlage eines gemeinsamen Moratoriums. Die neue Vereinbarung tritt am 1. Januar 2007 in Kraft und gilt für zunächst fünf Jahre.
Die europäischen Anforderungen an die zukünftigen Monitoringprogramme und der zunächst aus Kostengründen angekündigte Ausstieg des Landes Hessen hatten eine umfassende Aufgabenkritik bei den beteiligten Ländern ausgelöst.
Die rheinland-pfälzische Ministerin für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Margit Conrad: ""Die Rheingütestation Worms steht beispielhaft für eine länderübergreifende Zusammenarbeit. Der Rhein verbindet uns, auch im Gewässerschutz. Nach dem großen Chemieunfall bei Basel haben Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg die Lücke im Überwachungsnetz für den Ballungsraum Rhein-Neckar geschlossen. In Worms werden täglich Hunderte von organischen Spurenstoffen gemessen. Damit erhalten wir jederzeit einen ausgezeichneten Überblick über die Situation am Rhein. Die Überwachungsaufgaben werden jetzt optimiert und die gute Zusammenarbeit zwischen den Ländern kann so erfolgreich fortgesetzt werden. Unser gemeinsames Ziel ist es, mögliche Störungen sehr früh zu erkennen, um im Bedarfsfall die Flussanlieger schnell informieren und um Maßnahmen einzuleiten zu können.""
Betriebsführung, Organisation und das Personal der Station sind weiterhin beim Land Rheinland-Pfalz angesiedelt. Die Kosten teilen sich Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg. Vereinbart wurde, die Betriebskosten für die Rheingütesta-tion Worms, die 2005 bei über 415.000 Euro lagen, ab 2007 um rund ein Viertel zu vermindern.
Conrad: ""Ein optimiertes Messprogramm, reduzierte Energiekosten und eine angepasste Personalausstattung setzen diese Vorgabe um, ohne dass es dabei beim Warn- und Alarmdienst oder der Überblicksüberwachung zu Qualitätseinbußen kommt.
Der hessische Minister für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz Wilhelm Dietzel betonte: ""Vor 20 Jahren wurde die Gewässerqualität des Rheins durch das giftige Löschwasser des Brandes im Chemiewerk Sandoz erheblich geschädigt. Aber auch ohne diesen Unfall zeigte die Gewässerqualität des Rheins die Güteklasse IV (übermäßig verschmutzt). Dank der guten Zusammenarbeit der drei Länder, aber auch gemeinsam mit den anderen ""Rheinnutzern"" konnten die Städte, Gemeinden und die Industrie zu erheblichen Anstrengungen bei der Reduzierung von Schadstoffeinleitungen bewegt werden. Heute werden Rhein und Main in die Güteklasse II (mäßig belastet) eingestuft"".
Die Umweltministerin des Landes Baden-Württemberg Tanja Gönner unterstrich die Notwendigkeit einer länderübergreifenden Zusammenarbeit: ""Die Probleme an den Gewässern machen nicht an politisch gesetzten Grenzen halt. Der Rhein ist mit einer Gesamtlänge von 1320 Kilometern ein Fluss mit einer herausragenden internationalen Bedeutung. Damit ist eine gute und reibungslose Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg entscheidend für einen erfolgreichen Gewässerschutz." Seit 1950 mit der Gründung der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins gegen Verunreinigungen (IKSR) seien es die Anliegerstaaten Schweiz, Frankreich, Deutschland, Luxemburg und Niederlande gewohnt, Fragen der Rheinverschmutzung und -sanierung gemeinsam zu lösen. Die Ergebnisse zeigten deutliche Erfolge. "Mit dem Aktionsprogramm 2000 wurde die Reduzierung der Schadstoffe um bis zu 95 Prozent erreicht."" Besonders im Bereich der Gewässerökologie bleibe aber noch viel zu tun. Mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie sei außerdem sicherge-stellt, dass sich die erfolgreiche Zusammenarbeit nicht mehr allein auf den Rhein, sondern auch auf seine Zuflüsse beziehe. ""Gerade mit Rheinland Pfalz und Hessen hat sich hier in den letzten Jahren die Abstimmung und die Kooperation sehr positiv entwickelt"", sagte Gönner.
Die Rheingütestation Worms
Nach dem Sandoz-Brand 1986 hatten die drei Länder die Errichtung und den ge-meinsamen Betrieb einer gemeinsamen Rheingütestation in Worms vereinbart. Die Überwachungsstelle reiht sich in eine Kette von rund 45 Überwachungsstationen entlang des Rheins und seiner Nebengewässer ein, die vom Bodensee bis zur Rheinmündung in die Nordsee reicht und die Durchführung von internationalen Messprogrammen gewährleistet. In Rheinland-Pfalz gibt es zwei vom Land (Mainz, Worms) und zwei vom Bund (Koblenz) betriebene Rheingütestationen sowie weitere sieben Überwachungsstellen an den Nebenflüssen.
In der Rheingütestation Worms überwachen drei Mitarbeiter rund um die Uhr die Beschaffenheit des Rheinwassers nach festgelegten Programmen. Mit einem täglichen ""Fingerabdruck"" der Wasser-Chemie lassen sich unerlaubte Einleitungen oder Unfälle erkennen. Biotests an lebenden Organismen wie Algen oder Wasserflöhen ermöglichen die frühe Entdeckung von Schadstoffen. Trends lassen sich durch die kontinuierlichen Messungen ebenso festhalten wie außergewöhnliche Belastungen. Bei akuten Gewässerverschmutzungen wird die Warn- und Alarmfunktion sichergestellt.
Weitere Infos im Internet:
http://www.dk-rhein.de/servlet/is/5869/gewaesserqu/guetestellen/worms.html
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