
Umweltministerin Conrad und Wirtschaftsminister Hering: Unvergleichliches Projekt in ganz Deutschland
Bereits zum achten Mal finden die Europäischen Biomassetage der Regionen statt. In Rheinland-Pfalz hat Umweltministerin Margit Conrad die Schirmherrschaft übernommen. 36 rheinland-pfälzische Betriebe, Institutionen, Unternehmen und Verwaltungen präsentieren in dieser europaweit stattfindenden Aktionswoche vom 24. September bis 1. Oktober ihre Projekte in Form von Tagen der offenen Tür bzw. durch Führungen. Auf der Zentralveranstaltung am Freitag in der Energielandschaft Morbach übergab die Ministerin die Förderzusage für rund 100.000 Euro für den Bau einer Biogasanlage. Das erzeugte Biogas soll einem nachgeschalteten Blockheizkraftwerk zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung zugeführt werden. Die Abwärme wird im Rahmen der Pellet-Herstellung für die Trocknung der Rohstoffe genutzt.
Für das konversions- und energiepolitische Modellprojekt ""Morbacher Energielandschaft"" erhält die Gemeinde Morbach darüber hinaus einen Zuschuss in Höhe von 150.000 Euro. Das teilte Wirtschaftsminister Hendrik Hering mit. Dies sei ein erster Teil der förderfähigen Kosten, die das Land ab diesem Jahr zu 50 Prozent trägt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1.072.000 Euro. Geplant sind der Umbau und die Sanierung ehemaliger Militärgebäude in ein Besucher- und Informationszentrum einschließlich der notwendigen Erschließungsmaßnahmen.
Laut Hering ist das Geld gut investiert. ""Betrachtet man den in kurzer Zeit zurückgelegten Entwicklungspfad und das zukünftige Potential, so gibt es im deutschen Raum kein vergleichbares Projekt, das die gegenwärtige Bandbreite alternativer Energieerzeugung und -nutzung geeigneter repräsentieren und ""zum Anfassen"" erlebbar machen kann"", so der Wirtschaftsminister. Bereits jetzt zum frühen Ausbaustand wird die Morbacher Energielandschaft bereits jährlich von mehreren tausend Interessierten in geführten Besuchergruppen und von in- und ausländischen Delegationen besucht.
Bei ihrer Ansprache im Rahmen der Zentralveranstaltung widersprach Umweltministerin Conrad der Auffassung, dass Deutschland arm an heimischen Energierohstoffen und damit in verstärktem Maße auf Importe angewiesen sei: ""Der ländliche Raum ist ein Raum voller Energie. Was sie hier in der Morbacher Energielandschaft sehen, sind Wind-, Sonnen- und Bioenergiegewinnung. Weiter haben wir noch Wasserkraft und vor allem die Erdwärme als eine nutzbare Energiequelle."" Die in der Morbacher Energielandschaft installierten Anlagen erzeugen nach Angaben der Ministerin im Jahr etwa 50 Millionen Kilowattstunden aus Wind, Sonne und Biogas. ""Dies sind 125 Prozent des Jahresstromverbrauchs der insgesamt 12.000 Einwohner. Die Morbacher Energielandschaft beweist: Der ländliche Raum kann mehr Energie erzeugen als in ihm verbraucht wird."" Dies gelte nicht nur für Strom, sondern auch für die Deckung des Wärmebedarfs. Dies haben, so Conrad, der Umweltcampus Birkenfeld am Beispiel der Verbandsgemeinde Weilerbach und die Transferstelle Bingen am Beispiel der Gemeinde Bruchmühlbach eindrucksvoll belegt.
Die Gemeinde Morbach demonstriere mit ihrem Engagement einerseits die Lösung der Energie- und Klimafrage, andererseits die Möglichkeit, wie vor Ort regionale Wertschöpfung und auch Arbeitsplätze entstehen. ""Morbach ist im Bereich der Entwicklung der erneuerbaren Energien ein Vorbild"", so Ministerin Conrad.
Seit 2001 verfolgen Gemeinde und Landesregierung gemeinsam das Ziel, das ehemalige Munitionsdepot der US-Luftwaffe im Bereich alternativer Energieerzeugung und -nutzung als Modellprojekt der Landesregierung zu entwickeln. Neben innovativen Anlagen der Wind-, Sonnen- und Biomassenutzung soll nun mit Hilfe der Fördergelder in einem anzuschließenden Gewerbe- und Industriepark ein kleines Informationszentrum mit angegliedertem Demonstrationsweg über die Liegenschaft entstehen.
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