
Bei der Weltklimakonferenz in Bali steht das Thema ""Wald" oben auf der Tagesordnung. Es gibt einen Entscheidungsvorschlag, der sich mit der Reduzierung von Klimagasemissionen durch Verhinderung von Entwaldung auseinandersetzt.
""Die Abholzung der Regenwälder sowie die Übernutzung vieler Wälder weltweit wirkt sich in hohem Maß auf die Klimaveränderung aus. Dies ist jedoch vielfach unbekannt", stellt die rheinland-pfälzische Forst- und Umweltministerin Margit Conrad fest. ""Auf Grund ihrer Relevanz für unser Klima sollte die Verringerung von Klimagasemissionen aus der Entwaldung in den Entwicklungsländern ein wichtiger Baustein der Bali-Road-Map werden." Forst- und Umweltministerin Conrad ist Mitglied der Deutschen Delegation bei den derzeit laufenden Internationalen Klimaverhandlungen in Nusa Dua auf Bali.
Die weltweiten jährlichen Kohlendioxid-Emissionen aus der Energieerzeugung liegen derzeit bei zirka 30 Milliarden Tonnen. Es entstehen über 6 Milliarden Tonnen Kohlendioxid-Emissionen aus der Abholzung vor allem der tropischen Regenwälder; das sind mehr als 20 Prozent der energiebedingten Emissionen.
Vor allem die tropischen Regenwälder am Amazonas, im Kongobecken sowie in Indonesien und Malaysia sind bedroht. Diese Wälder binden enorme Mengen des Klimagases Kohlendioxid und sind mitbestimmend für das weltweite Klima. Mit ihrem großen Artenreichtum sind sie außerdem von höchster Bedeutung für die Biodiversität.
Conrad: ""Regenwälder erbringen Umweltleistungen von globaler Bedeutung. Es liegt daher im Interesse der internationalen Staatengemeinschaft, den Erhalt der noch verbliebenen Regenwälder zu sichern. Die Länder mit Regenwäldern sollten daher Anreize oder einen finanziellen Ausgleich erhalten, wenn sie auf Flächenrodungen verzichten. Es muss Hilfen geben für eine alternative soziale und wirtschaftliche Entwicklung. Auch eine nachhaltige Waldwirtschaft mit einer CO 2-neutralen Holznutzung kann dazu gehören. Der Schutz der Wälder darf nicht zu Lasten der indigenen Völker gehen. Klimaschutz und Armutsbekämpfung gehören zusammen", so Conrad. Auch darum gehe es in den Entscheidungen auf Bali.
Verschiedene Länder, darunter Deutschland, haben bereits jetzt die auf dem G-8-Gipfel beschlossene ""Forest Carbon Partnership" auf Bali in Gang gesetzt. Vorgesehen sind rund 250 Millionen Euro bis 2012. Wald-Projekte in 30 Entwicklungsländern haben Interesse gezeigt. Deutschland engagiert sich mit über 40 Millionen Euro in Pilotprojekten, die wirtschaftliche Alternativen aufzeigen und unter anderem auch Erkenntnisse über die Überwachung der Schutzmaßnahmen liefern. Conrad: ""Bis eine Post-Kyoto-Vereinbarung in Kraft tritt, könnte es für große Regenwaldgebiete zu spät sein. Deshalb ist diese Vorleistung so wichtig."
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