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23.02.2007 | Pilot Projekt 21

Pilot Projekt 21 - Margit Conrad: Rheinland-pfälzische Pilot-Kommunen sind Vorbilder für die lokale nachhaltige Entwicklung in Europa

Nachhaltige Entwicklung heißt: Ein gutes Leben für alle, aber nicht auf Kosten der Umwelt. Die Kommunen haben hier eine Schlüsselrolle. Wie eine nachhaltige Entwicklung gelingen kann, zeigt ein Pilotprojekt, an dem sich seit zweieinhalb Jahren acht Städte und Gemeinden beteiligt haben. Eine bundesweite Fachtagung in Mainz war Forum für den Austausch über die zentralen Herausforderungen. Ressourcenverbrauch, demographische Entwicklung und Projekte für eine familienfreundliche Gemeinde standen im Mittelpunkt der selbst gewählten Handlungsfelder, die es zu bearbeiten galt. Umweltministerin Margit Conrad hatte gemeinsam mit Local Governments for Sustainability (ICLEI), das die Kommunen im Auftrag des Umweltministeriums Rheinland-Pfalz begleitet hatte, nach Mainz eingeladen, um zu diskutieren, was die Voraussetzungen und Instrumente für eine erfolgreiche Strategie der  Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene sind.

Teilgenommen haben am Projekt21 in Rheinland-Pfalz Göllheim, Hauenstein, Kandel, Koblenz, Neuerburg, Osthofen, Wörrstadt sowie Zweibrücken. Das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz hat das die Erarbeitung der Basisdokumente und die Begleitung und Beratung der Kommunen über fast drei Jahre mit 250.000 Euro unterstützt.

Umweltministerin Conrad: ""Das ""Projekt21"" ist in seiner Art einzigartig in Deutschland. Durch die langjährige Zusammenarbeit mit ICLEI ist Rheinland-Pfalz Modellregion für die Lokale Agenda 21, der wir auf diese Weise  neuen Schwung verleihen wollen, um die nachhaltige Entwicklung verbindlich und dauerhaft in der rheinland-pfälzischen Kommunalpolitik zu verankern. Daneben ist es unser Ziel,  auch in anderen Bundesländern und auf Bundesebene für die kommunale Nachhaltigkeitssteuerung nach dem Muster des Projekt21 zu werben.""

Im Pilotprojekt geht es zunächst darum, die Situation vor Ort aufzuzeigen: Nachhaltigkeitsziele werden individuellen Indikatoren gegenüber gestellt. Die Erfüllung von Bedürfnissen wie Wohnen, Mobilität, Versorgung und Freizeit und Bildung und den davon beeinflussten Schutzgütern Wasser, Boden, Luft, Fläche, Globale Verantwortung, Chancengleichheit und Soziale Infrastruktur treffen zusammen und treten auch in Konkurrenz. In einem Nachhaltigkeitsbericht werden die Daten und Interpretationen öffentlich gemacht.  Im nächsten Schritt legt jede Kommune wenige Handlungsziele und Leitprojekte fest, die für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde von besonderer Bedeutung sind. In Planungswerkstätten der Pilot-Kommunen wurde diese Aufgabe umgesetzt. Ergebnis ist ein Handlungsprogramm für die Zukunft. Dieses Programm und der Nachhaltigkeitsbericht sind verbindlich im Rat beschlossen und werden regelmäßig fortgeschrieben.

Schwerpunkte für die Handlungsprogramme der Projektgemeinden:

Kandel:     ""Familienfreundliches und energiesparendes Wohnen und Leben""
Wörrstadt:     ""Veränderung der Landschaft für nachhaltige Naherholung, Tourismus und Naturschutz""
Neuerburg:     Familienfreundliches und energiesparendes Wohnen; zukunftsfähige Beschäftigung und Ausbildung
Göllheim:     Integration benachteiligter Gruppen""
Koblenz:     Mobilität
Osthofen:     Erneuerbare Energien/ Energiesparen/ Energieeffizienz""
Zweibrücken:     Demographischer Wandel
Hauenstein:     Energiesparendes Wohnen

Conrad: ""Die Nachhaltigkeitsberichte und Handlungsprogramme sind  beeindruckend. Diese Berichte sind richtungsweisend für die zukünftige Kommunalentwicklung."" Mit dem Projekt21 konzentriere sich die Gemeindeentwicklung auf das Wesentliche, werde überprüft und fortgeschrieben. Der Aufwand in der Gemeinde sei dabei überschaubar. ""Die entwickelten  Steuerungsinstrumente sind hilfreich für eine erfolgreiche Strategie. Die Indikatoren sind Leitfäden, an denen Nachhaltigkeit zu messen ist.""

Nach Abschluss des Modelprojektes soll die Methode ""Projekt21"" auch über die Landesgrenzen hinaus vorgestellt werden. ""Wir wünschen uns, dass  möglichst viele Kommunen in Rheinland-Pfalz diesen beispielhaften Ansatz übernehmen"", sagte Conrad.

Das Faltblatt ""Nachhaltigkeit messen und konsequent handeln"" liefert eine erste Zusammenfassung der Projekt21-Methode, die demnächst ausführlich als 'Kursbuch 21' veröffentlicht wird. In diesem Leitfaden sollen die in den Pilotkommunen gemachten Erfahrungen auch anderen Städten und Gemienden zur Verfügung gestellt werden "" als Druckwerk wie auch im Internet.

Weiterführende Infos bei Stefan Kuhn, ICLEI - Local Governments for Sustainability,
Telefon 0761-3 68 92 0, Mail: projekt21@iclei-europe.org
Internet: www.iclei-europe.org/projekt21



Verantwortlich für den Inhalt: Stefanie Mittenzwei
Kaiser-Friedrich-Str. 1
55116 Mainz
Telefon: 06131-164645
Telefax: 06131/164649
e-mail: presse@mufv.rlp.de

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