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28.11.2007 | Naturschutzgroßprojekt an der Ahr

Gewässerschutz - Umweltministerin Conrad startet Naturschutzgroßprojekt an der Ahr

Umweltministerin Margit Conrad hat heute in Dümpelfeld (Verbandsgemeinde Adenau) gemeinsam mit dem Vizepräsidenten des Bundesamtes für Naturschutz, Rudolf Ley, ein Naturschutzprojekt an der Oberen Ahr gestartet und den Bewilligungsbescheid für die erste Projektphase in Höhe von rund 160.000 Euro übergeben.

 

""Das heute beginnende Projekt ist Teil einer Vielzahl an Aktivitäten und Projekten mit denen wir in Rheinland-Pfalz landesweit die Gewässer und ihre Auen nachhaltig entwickeln"", hob Umweltministerin Conrad hervor. ""Im Rahmen der seit 10 Jahren bestehenden ""Aktion Blau"" wollen wir durch Renaturierung den Gewässern wieder ihr natürliches Bett zurückgeben und die Auen wiederherstellen. Die Ahr ist in diesem Gesamtkontext für das nördliche Rheinland-Pfalz von beispielgebender Bedeutung.""

 

Das Projekt leiste damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität und zur Biotopvernetzung, denn es schließt räumlich die Lücke zwischen dem Projekt "Ahr 2000" in Nordrhein-Westfalen, das im Jahr 2005 abgeschlossen wurde, und den Ini-tiativen und Baumaßnahmen des Landkreises Ahrweiler sowie des Landes Rheinland-Pfalz zur Renaturierung der Ahr vom Mündungsgebiet an stromaufwärts. ""Außerdem hat das Projekt eine große Bedeutung für den Tourismus, denn es steigert den Erlebniswert von Landschaft von Wasser, Wiesen und Wein hier an der Ahr"", so Ministerin Conrad.

 

 

Die Gesamtkosten des auf insgesamt zehn Jahre angelegten und in zwei Phasen gegliederten Projekts betragen rund 10 Millionen Euro, wovon der Bund 68 Prozent, das Land 22 Prozent und der Kreis als Projektträger 10 Prozent tragen. Für die erste, dreijährige Phase wurden ca. 724.000 Euro kalkuliert. ""Wenn wir also heute mit der offiziellen Übergabe des Bewilligungsschreibens den Startschuß für das Projekt ""Obere Ahr "" Hocheifel"" geben, feiern wir quasi Richtfest auf dem langen Weg hin zu einer naturnahen Ahr von der Quelle bis zur Mündung"", so die Ministerin.

 

In der ersten Phase soll die Öffentlichkeit über das Projekt informiert und eine Moderation mit allen Betroffenen und Beteiligten durchgeführt werden, an deren Ende ein umfassend abgestimmter Pflege- und Entwicklungsplan für das Gewässersystem in der Verbandsgemeinde Adenau stehen soll.

 

Die Umsetzungsphase wird sich daran bis zum Jahr 2017 anschließen. Die Durchgängigkeit wird wiederhergestellt, Betonschwellen und sonstige Querbauten werden umgebaut. Wanderfische sollen dadurch ungehindert zu ihren Laichplätzen gelangen, Flusskrebse und weitere Kleinlebewesen geeignete Bedingungen vorfinden. Verrohrungen werden ebenso zurückgebaut wie Sohlbefestigungen, also Betonböden oder eingebaute Steinflächen im Flussbett, so genannte ""Stickungen"".

 

Die Renaturierung der Ahrmündung ist bereits erfolgreich abgeschlossen. Als einzige von 42 Nebenflussmündungen in den Rhein zwischen der Schweiz und den Niederlanden, konnte die Ahr sich oberhalb der Mündung bei Sinzig einen weitgehend naturnahen Charakter bewahren. Hier wurde mit dem Renaturierungsprojekt an der Ahrmündung in den Jahren 2003 und 2004 die Grundlage für die weitere Entwicklung vielfältiger und wertvoller Biotope und Strukturen gelegt. Damit wird auch zusätzliche Retentionsfläche und damit ein Beitrag zum Hochwasserschutz geschaffen.

 

Auch der Lachs ist wieder heimisch geworden. Mit Vorraussetzung dafür war der Ab- oder Umbau von bis heute 41 Hindernissen, so dass jetzt die ersten rund 56 Flußkilometer wieder durchgängig sind.

 

Die bisherige Bilanz der Aktion Blau ist nach Conrad Worten beeindruckend: Mittlerweile gibt es landesweit über 250 Gewässerpflegepläne und umfassen damit eine Gewässerstrecke von deutlich über 4.000 Kilometern. Das entspricht über einem Viertel der gesamten Wasserläufe in Rheinland-Pfalz. Die Anzahl der Gewässerrückbauprojekte ist auf rund 530 Projekte mit einem Umfang von rund 320 Kilometern gewachsen. An über 2.600 Gewässerkilometern kümmern sich ehrenamtliche über 770 Bachpatenschaften um die Belange ""ihres"" Baches.

 

 

Verantwortlich für den Inhalt: Stefanie Mittenzwei
Kaiser-Friedrich-Str. 1
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