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30.11.2007 | Einweihung Deichabschnitt

Hochwasserschutz - Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege: "Deiche am Rhein werden ausgebaut, damit Menschen sicherer leben und Regionen sich entwickeln können"

In Leimersheim-Neupotz ist jetzt nach einjähriger Bauzeit ein 1,6 Kilometer langer Deichabschnitt fertig gestellt worden. Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege hat den Abschnitt heute offiziell eingeweiht.

 

Die Baukosten für diesen Bauabschnitt beliefen sich auf rund 680.000 Euro. Die Arbeiten betrafen die Strecke in der Gemarkung Neupotz bei Deich-km 25,04, die sich hier unmittelbar nördlich an die Hochwasserrückhaltung Wörth/Jockgrim anschließt. Sie endet bei Deich-km 26,64 an der bereits ausgebauten Deichstrecke in Leimersheim.

 

Zur Einweihung verwies Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege auf den umfassenden Ausbau der Rheinhauptdeiche als wichtigen Teil des Hochwasserschutzkonzeptes Rheinland-Pfalz: ""Zu den Prioritäten gehört für das Land die Ertüchtigung der gesamten Rheinhauptdeichlinie. Mit Hessen und Baden-Württemberg haben wir die Angleichung der Deichhöhen und damit des Hochwasserschutzes auf beiden Seiten des Rheins vereinbart. Über 105 von insgesamt 160 Kilometern Deiche in Rheinland-Pfalz wurden schon erneuert. Wir sind auf einem guten Weg.""

 

Der jetzige Deichausbau bei Neupotz-Leimersheim geschah in vier Bauabschnitten abwechselnd auf der Wasser- und der Landseite; 1.240 Meter wurden landseitig und 350 m wasserseitig ausgebaut. Der Deich wurde um bis zu 40 Zentimeter erhöht; damit entspricht die jetzige Deichhöhe derjenigen auf der anderen Rheinseite.

 

In Rheinland-Pfalz gibt es von der französischen Grenze bei Neuburg bis Bingen ein geschlossenes Deichsystem am Oberrhein. Ohne Schutz durch Deiche wäre bei Hochwasser eine Fläche von rund 370 Quadratkilometern überflutet - mit bis zu 4 Metern Höhe. So war es beim großen Hochwasser zur Jahreswende 1882/83, als nahezu alle Deiche brachen. Es folgte der erste zentral geplante Ausbau der Deiche. Dieses Deichsystem genügte bei ständiger Wartung und Verbesserung dem Hochwasserschutz bis 1955. Der danach bis 1977 vollzogene Ausbau des Oberrheins mit Staustufen brachte stark erhöhte Wasserstände mit sich. Die Sicherheit vor Hochwasser wurde geringer. Gemeinsam mit Frankreich, dem Bund, Hessen und Baden-Württemberg verfolgt Rheinland-Pfalz aber seit mehr als zwei Jahrzehnten ein vertraglich vereinbartes Konzept zum Bau von Hochwasserrückhaltungen und seit 1998 den internationalen Aktionsplan für den Rhein.

 

Kraege: ""Hochwasserschutz muss länderübergreifend stattfinden. Mit den einsatzbereiten Rückhalteräumen ist am Rhein unterhalb der letzten Staustufe bei Iffezheim heute wieder ein etwa 100-jährlicher Hochwasserschutz erreicht. Ziel nach Abschluss der weiteren Baumaßnahmen ist der Schutz vor Hochwasser, wie es durchschnittlich alle 200 Jahre eintreten kann.""

 

Insgesamt werden am Oberrhein 288 Millionen Kubikmeter Retentionsraum realisiert; hiervon wird Rheinland-Pfalz 62 Millionen Kubikmeter Retentionsraum zur Verfügung stellen. Fertig gestellt sind die Polder Ingelheim, Daxlanderau, Flotzgrün, Kollerinsel und Worms ""Mittlerer Busch"". Im Bau befinden sich die Polder Wörth-Jockgrim und Bodenheim/Laubenheim.

 

Für Polder, Deiche, Schöpfwerke und örtliche Hochwasserschutzmaßnahmen wurden landesweit bisher ca. 500 Millionen Euro investiert. Weitere 500 Millionen Euro werden bis 2015 noch aufgebracht.

 

""Die Investitionen in den Hochwasserschutz bedeutet Sicherheit für alle, die am Rhein leben und arbeiten"", sagte Kraege, ""Die Menschen und beträchtliche Vermögenswerte sind zu schützen. Gleichzeitig bietet der Schutz vor Hochwasser große Chancen für die Regionalentwicklung. Wo Unsicherheit besteht, wird nicht investiert und es werden keine Arbeitsplätze geschaffen

  

Verantwortlich für den Inhalt: Stefanie Mittenzwei
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