
Mit Nachhaltigkeit und deren Umsetzung in allen Bereichen des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens beschäftigte sich ein Kongress, den Umweltministerin Margit Conrad heute in Mainz eröffnet hat.
""Nachhaltigkeit ist für die Landesregierung Rheinland-Pfalz ein wichtiges Leitbild"", machte die Ministerin deutlich. ""Das Nachhaltigkeitsprinzip besagt, dass ökonomische, ökologische und soziale Interessen miteinander zum Ausgleich gebracht werden müssen. Das heißt, nachhaltige Politik muss wirtschaftlich vernünftig, sozial gerecht und ökologisch verträglich sein.""
Seit die "Agenda 21" 1992 auf der Konferenz in Rio de Janeiro "geboren" wurde, habe sich an vielen Stellen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft viel für eine nachhalti-ge Entwicklung getan. Seit 2001 hat das Land Rheinland-Pfalz ein eigenes "Agenda 21-Programm", seit 2005 eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie. Seit 2004 begleitet das Institut für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik der TU Kaiserslautern un-ter Federführung von Prof. Dr. von Hauff die Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie in Rheinland-Pfalz.
Die Art wie wir produzieren und konsumieren entscheide, ob sich nachhaltige Entwicklung durchsetzen kann. Für den Umweltbereich nannte Ministerin Conrad beispielhaft drei große Bereiche: ""Die wichtigste Herausforderungen für Rheinland-Pfalz und damit die wichtigste Zukunftsaufgaben im 21. Jahrhundert sind der Klimawandel und eine sichere Energieversorgung. Eine massive und zügige Reduktion der Klimagase ist nötig, um den Temperaturanstieg in einem zu bewältigendem Rahmen zu halten. Zudem müssen Anpassungsstrategien an die sich abzeichnenden, nicht mehr aufzuhaltenden Folgen des Klimawandels entwickelt werden. Wir alle müssen gemeinsam Maßnahmen zur Energieeinsparung, zur Energieeffizienz, zum Ausbau der erneuerbaren Energien und zu einer klimaschonenden Stromproduktion auf den Weg bringen.""
Des Weiteren müsse eine sichere Versorgung mit sauberem Trinkwasser gewährleistet werden. Auch für die Flüsse, Bäche und Seen sei als Qualitätsziel der gute ökologische Zustand vorgegeben.
Als Drittes nannte die Ministerin die Umsetzung der multifunktionalen Forstwirtschaft in den Wäldern von Rheinland-Pfalz mit den Methoden des naturnahen Waldbaus, die ökonomische und ökologische Vorteile vereinen. ""Landesforsten hat den naturnahen Waldbau im Land seit vielen Jahren vorangetrieben, was zu einem gewaltigen Umbau der Waldbestände "" weg von problematischen Monokulturen hin zu stabilen, standortgerechten und reaktionsfähigen Waldbeständen "" geführt hat.""
Doch auch in Wirtschaft und Gesellschaft setzt sich der Gedanke der nachhaltigen Entwicklung durch. Hierfür sei nach Worten von Umweltministerin Conrad die von der BASF entwickelte Ökoeffizienz-Analyse in Rheinland-Pfalz ein gutes Beispiel. Mit diesem Instrument werden Produkte und Verfahren von der Herstellung über die Verarbeitung und die Nutzung bis zur Entsorgung bewertet, sodass die ökologisch und zugleich ökonomisch vorteilhaftesten Optionen bestimmt und verfolgt werden können.
Die Kommunen sind, so Conrad, besonders wichtige Akteure für die nachhaltige Ent-wicklung. ""Sie sind die direkte Schnittstelle zu den Bürgerinnen und Bürgern und ihren Bedürfnissen. Die Lokale Agenda 21 in den Kommunen zeigt, welche große Be-deutung die Grundidee einer nachhaltigen Entwicklung für die aktuelle und zukünftige Daseinsvorsorge der Städte und Gemeinden im Lande hat."" Zurzeit seien 229 kommunale Gebietskörperschaften in der Agenda 21 aktiv. ""Damit kommt etwa jeder elfte Lokale Agenda 21 Prozess in Deutschland aus Rheinland-Pfalz"", so die Bilanz der Ministerin.
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