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28.09.2007 | Ausbau der Nahedeiche bei Bingen

Hochwasserschutz - Ministerin Conrad gibt Startschuss für Ausbau der Nahedeiche bei Bingen

Die Maßnahmen der Landesregierung zur weiteren Verbesserung des Hochwasserschutzes schreiten voran. Neben dem Bau von Poldern und der Ertüchtigung der Deiche am Oberrhein sind die Maßnahmen an der Nahe ein weiterer wichtiger Baustein des Hochwasserschutzkonzepts des Landes. Umweltministerin Margit Conrad hat heute den ersten Spatenstich zum Ausbau des Nahedeiches bei Bingen-Dietersheim vorgenommen.

 

Der etwa ein Kilometer lange Deichabschnitt beginnt im Norden an einem ehemaligen Bahndamm und endet im Süden an der Bundesautobahn A 61. Im Zuge der Baumaßnahmen soll der Deich verstärkt und ertüchtigt werden, die Böschung wird abgeflacht und ein als Rad- und Fußweg nutzbarer Deichverteidigungsweg angelegt. Die Gewässergütemessstation sowie der Pegel in Grolsheim werden verlegt und neu errichtet. Das Hochwasserpumpwerk für die Autobahn A61 am südlichen Ende des Abschnittes wird bei dem Bauvorhaben ebenfalls ertüchtigt. Die Fertigstellung der gesamten Hochwasserschutzmaßnahme ist für Herbst 2008 vorgesehen. Die Mittel für den Deichbau in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro werden zu 90 Prozent vom Umweltministerium übernommen. Die Kosten für die Verlagerung und den Neubau der Güte- und Pegelstation von 350.000 Euro werden vom Land vollständig finanziert. Die Kosten für den Abriss und die Verlagerung des Pumpwerks in Höhe von rund 900.000 Euro übernimmt der Landesbetrieb Mobilität.

 

""An der Nahe mit ihren Hauptnebenflüssen besteht die Gefahr schnell anwachsender Hochwasser"", so Umweltministerin Margit Conrad. ""Über steile Seitentäler fließt das Wasser ungebremst im Tal zusammen und kann, so wie 1993 und 1995, zu katastrophalen Hochwassern mit schweren Schäden führen.""

 

Umweltministerin Conrad machte deutlich, dass Rheinland-Pfalz seit 1994 über ein integriertes Hochwasserschutzkonzept verfüge. Auf Grundlage des daraus entwickelten Hochwasseraktionsplans für den Rhein wurde der ""Aktionsplan Hochwasser für das Einzugsgebiet der Nahe"" aufgestellt. Dieser verfolgt nach Worten der Ministerin vier Ziele: die Verringerung des Schadensrisikos durch Ausbau und Verbesserung des örtlichen sowie überörtlichen Hochwasserschutzes und Anpassung der Nutzungen in überflutungsgefährdeten Gebieten; die Erhöhung des Wasserrückhaltes durch Versickerung und Speicherung in der Fläche im Rahmen des Naheprogramms, gefördert durch die Aktion Blau; die Optimierung des Hochwassermeldedienstes durch Verlängerung der Vorhersagezeiten sowie Steigerung der Vorhersagegenauigkeit; die Verstärkung des Hochwasserbewusstseins u.a. durch die Darstellung der Hochwasserrisiken in Hochwasserschadenskarten.

 

In den vergangenen zehn Jahren wurden insgesamt rund 60 Millionen Euro für Gewässerrenaturierung und die Bodenordnung im Bereich der Nahe investiert und für den technischen Hochwasserschutz zur Umsetzung des Hochwasseraktionsplanes rund 38 Millionen Euro. ""Dies dokumentiert, wie wichtig der Landesregierung das Ziel Hochwasserschutz ist"", macht Conrad deutlich.

 

Im Rahmen des Hochwasserschutzes an der Nahe wurde bereits 2004 in Bad Kreuznach nach rund sechsjähriger Bauzeit das bisher größte örtliche Hochwasserschutzprojekt des Landes fertig gestellt. Die Kosten von über 20 Millionen Euro für Planung und Durchführung hat das Land Rheinland-Pfalz zu 90 Prozent finanziert. Auch in Bingen wurden bereits 1997 Hochwasserschutzmaßnahmen u.a. mit mobi-len Elementen mit einem Kostenvolumen von rund 2 Millionen Euro fertig gestellt.

 

Schwerpunkt der Hochwasserschutzmaßnahmen des Landes ist der Oberrhein. Gemeinsam mit Frankreich, dem Bund, Hessen und Baden-Württemberg setzt Rheinland-Pfalz hier seit mehr als zwei Jahrzehnten ein vertraglich vereinbartes Konzept zum Bau der Hochwasserrückhaltungen um und seit 1998 den internationalen Aktionsplan für den Rhein. Dieser sieht vor, gemeinsam 288 Millionen Kubikmeter maximal nutzbaren Rückhalteraum für Hochwasser zu schaffen. 62 Millionen Kubikmeter wird Rheinland-Pfalz zur Verfügung stellen. Dies ist mehr als ursprünglich vereinbart und notwendig, um die Wirkung der vereinbarten 44 Millionen Kubikmeter zu erreichen. Auch alle Deiche werden ertüchtigt. Über 100 Kilometer von insgesamt rund 160 Kilometern Deiche in Rheinland-Pfalz wurden schon erneuert. Hierfür werden von der Landesregierung insgesamt 160 Millionen Euro aufgewendet. In den vergangenen 13 Jahren sind fast 500 Millionen Euro in den Hochwasserschutz geflossen, weitere 340 Millionen Euro werden in den nächsten Jahren investiert werden.

 

Verantwortlich für den Inhalt: Stefanie Mittenzwei
Kaiser-Friedrich-Str. 1
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