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21.09.2007 | Georg-von-Neumayer-Medaille

Klimaschutz - Umweltministerin Conrad zeichnet Prof. Thiede aus

Der Direktor des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, Prof. Dr. Jörn Thiede, wurde für seine wissenschaftliche Leistung auf dem Gebiet der Polarforschung und für seine Verdienste um das Andenken des berühmten Pfälzer Polarforschers Georg von Neumayer mit der Georg-von-Neumayer-Medaille ausgezeichnet. Die Verleihung wurde heute in Bad Dürkheim von Umweltministerin Margit Conrad vorgenommen. Die Auszeichnung fand im Rahmen des 2. Internationalen Georg-von-Neumayer-Symposiums der Pollichia vom 20. bis 23. September in Bad Dürkheim statt.

 

Professor Thiede war von 2002 bis 2006 Präsident des wissenschaftlichen Komitees für Antarktisforschung (Scientific Committee on Antarctic Research -SCAR). Er ist ein engagiertes Mitglied in verschiedenen nationalen und internationalen Gremien, zum Beispiel im deutschen Wissenschaftsrat von 1994 bis 2000 und als Vizepräsident der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren von 2004 bis 2006. Seine Expertise ist auch auf internationaler Ebene gefragt, beim European Polar Bord und in der russischen und dänischen Akademie der Wissenschaften. Seine internationalen Kontakte sind die Grundlage erfolgreicher Zusammenarbeit in der Polar- und Meeresforschung.

 

In Ihrer Ansprache würdigte die Ministerin die Polarforschung, die viele wissen-schaftliche Grundlagen für das Verständnis unserer Erde und zur Erforschung des Klimawandels liefere. ""Dass sich das Klima auf der Erde ändert, stellen gerade die Polarforscher fest"", so Conrad. ""Auch in Rheinland-Pfalz messen wir einen statistisch gesicherten Anstieg der Durchschnittstemperatur zwischen 0,7 und 1,1 Grad Celsius. Wir stellen die Wanderung wärmeliebender Arten nach Norden fest und vieles mehr."" Die Ursachen und die Auswirkungen der Klimaänderungen seien zwei zentrale Fragen, die Wissenschaft, Politik und alle Menschen zunehmend beschäftige. Gerade das Alfred Wegener Institut sei, so Conrad, eines der Institute, deren Schwerpunkt die Klimaforschung ist.

 

Die Politik werde nach Worten der Ministerin verstärkt in die Klima- und Klimafolgenforschung investieren. ""Nur so kommen wir zu besseren Prognosen, nur so können wir die notwendigen ""Frühwarnsysteme für globale Umweltveränderungen"" entwickeln. Der Polarforschung kommt hierbei eine besondere Aufgabe zu, sind doch gerade die Pole die Klimakammern der Erde."" Die Polarforschung werde ein besseres Verständnis der Klimaprozesse und über qualifiziertere Prognosen Handlungsempfehlungen zur Anpassung an den Klimawandel liefern.

 

Die Georg-von-Neumayer-Medaille ist nach dem gleichnamigen Pfälzer Polarfor-scher benannt. Von Neumayer (geb. 1826 in Kirchheimbolanden; gest. 1909 in Neustadt a.d.W.), fuhr als Seemann zur See und erkundete später als Forschungsreisender Australien. Er gründete 1857 das Flagstaff-Observatorium für Geophysik, Magnetismus und Nautik in Melbourne/Australien, das er bis 1864 als Direktor leitete. Später gründete Neumayer die Deutsche Seewarte in Hamburg und leitete diese von 1876 bis 1903. Dank seiner Initiative kam es zur Gründung zahlreicher internationaler Polarstationen im Rahmen des von ihm initiierten ersten internationalen Polarjahres. Die Forschungsstation der Bundesrepublik Deutschland auf dem Ekströmschelfeis in der Antarktis ist nach Georg von Neumayer benannt.

 

Verantwortlich für den Inhalt: Stefanie Mittenzwei
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