
Kameras haben seit dem Frühjahr dokumentiert, was sich in den beiden Nestern auf den Dächern der Bornheimer Storchenscheune und der Evangelischen Kirche ereignete: die Ankunft der Störche im Frühjahr, die Aufzucht der Jungen und der Zug nach Süden vor wenigen Tagen. Internetbesucher (www.pfalzstorch.de) konnten dank Webcam live dabei sein.
Jetzt hat Umweltministerin Margit Conrad das Storchenzentrum im südpfälzischen Bornheim besucht und sich über dessen künftige Aufgaben als überregionales Dokumentations-, Forschungs- und Bildungszentrum informiert. Dabei überreichte sie dem Verein Pfalzstorch e.V. als Träger des Zentrums eine institutionelle Förderung in Höhe von 20.000 Euro zur Deckung von Sach- und Personalkosten. Die Aktion Pfalzstorch e. V. in Bornheim, die sich seit Jahren erfolgreich um die Wiederansiedlung des Weißstorches in der Pfalz bemüht, unterhält in Bornheim auch eine Auffang- und Pflegestation für flugunfähige Störche.
""Die Wiederansiedlung des Weißstorches ist ein Symbol für den Artenschutz und die positive Entwicklung der Lebensräume für diesen großen Vogel"", sagte Conrad. In
diesem Frühjahr sei der Erfolg unmittelbar sichtbar geworden: Die Aktion Pfalzstorch berichtet von rund 90 Jungstörchen, die in diesem Sommer in der Pfalz flügge geworden sind. Der Populationsschwerpunkt liegt nach Angaben des Vereins in der Südpfalz, vor allem im Einzugsbereich der bewässerten Queichwiesen. Aber auch in der Westpfalz sei die Ansiedlung des Weißstorchs gelungen.
Conrad: ""Die Störche sind Sympathie- und Imageträger des Naturschutzes. Davon profitiert die gesamte Region."" Sie dankte den zahlreichen, auch ehrenamtlichen Mitarbeitern des Storchenzentrums und der Aktion Pfalzstorch. ""Mit dem Storchenzentrum in der Storchenscheune entsteht eine ausgezeichnete Anlaufstelle für Forscher und Naturfreunde."" Durch die Hochschulen in Kaiserslautern, Landau und Karlsruhe sei eine optimale Einbindung in Lehre und Forschung gewährleistet. Umgekehrt profitiere der praktische Natur- und Artenschutz vor Ort.
Wichtig ist, so die Umweltministerin, dass neben dem ehrenamtlichen Naturschutz eine Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft stattfindet. Die Bewirtschaftung der Wiesen in den Flussauen sichere die Nahrungsgrundlage der Störche.
Den Verein und seine Bemühungen um eine Ansiedlung des Weißstorchs hatten Ministerpräsident Kurt Beck und Ministerin Margit Conrad schon 2006 unterstützt. Für die Einrichtung und Ausstattung des Storchenzentrums in Bornheim stellten das Land 70.000 Euro und die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz 25.000 Euro als Starthilfe zur Verfügung.
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