
Der rheinland-pfälzische Tierschutzpreis geht 2008 an drei ausgesprochene Katzenfreunde: Hans Bührle aus Limburgerhof sowie die Geschwister Swetlana Gabricevic aus Daun und Luba Bartz aus Mürlenbach kümmern sich leidenschaftlich um verwilderte Hauskatzen. Die Preisträger haben die Jury mit ihrem langjährigen ehrenamtli-chen Einsatz beeindruckt. Bührle und das Geschwisterpaar Gabricevic/Bartz erhalten je 3.000 Euro Preisgeld. Umweltministerin Margit Conrad hat die Sieger heute ausgezeichnet und ihnen für ihr Engagement gedankt.
Conrad: ""Katzen faszinieren uns, weil sie einen ausgeprägten Charakter und ihren eigenen Willen haben - das haben sie mit den diesjährigen Preisträgern gemein. Es sind starke Persönlichkeiten, die seit Jahren öffentlich für den Schutz von Katzen eintreten. Der Tierschutz braucht diesen ehrenamtlichen Einsatz. Die Preisträger und Preisträgerrinnen stehen auch in diesem Jahr für dieses besondere Engagement"".
Hans Bührle aus Limburgerhof fing 1994 damit an, sich um die ""Betriebskatzen"" auf dem Werksgelände einer großen Chemiefirma zu kümmern. Er füttert die Tiere und richtet Schlafstellen für sie ein. Außerdem lässt Bührle die Katzen von einem Tierarzt versorgen, gegen Krankheiten impfen, entwurmen oder gegen Flöhe behandeln.
Dazu gehört auch, die verwilderten Katzen kastrieren zu lassen, um ihre Zahl zu begrenzen. Was auf den ersten Blick nicht nach Tierschutz aussehen mag, macht durchaus Sinn: Trotz des Einsatzes engagierter Tierschützer ist der Großteil der wildlebenden Katzen sich selbst überlassen, wird oft krank oder ist am verhungern. Die Begrenzung der Katzenpopulation hilft, dieses unnötige Leid zu verhindern. Die ein-gefangenen Tiere werden unter Betäubung kastriert und anschließend "" markiert und registriert "" von Herrn Bührle wieder an ihren gewohnten Plätzen ausgesetzt.
Gemeinsam mit anderen Firmenmitarbeitern hat Hans Bührle die Gruppe ""Freiwilliger Tierschutz"" gegründet. An der Bienwaldschule Wörth hat er im Dezember 2007 das Projekt ""Katzenhäuser"" auf die Beine gestellt und die Kinder und Jugendlichen an das Thema Tierschutz herangeführt. Gemeinsam mit den Schülern hat Bührle Futter- und Schlafhäuser für verwilderte Katzen gebaut, das Material dafür hat er selbst zur Verfügung gestellt.
Auch Swetlana Gabricevic aus Daun und Luba Bartz aus Mürlenbach setzen sich seit 15 Jahren mit großem persönlichem, finanziellem und zeitlichem Aufwand für Katzen ein. So haben sie sich intensiv für die Errichtung eines Tierheims in der Eifel stark gemacht. Trotz aller Anstrengungen bei der Suche nach einem geeigneten Standort und einem Kostenträger haben sie das Ziel nie aus den Augen verloren. Mit finanzieller Unterstützung des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums konnte das Tierheim in Altrich 2008 in Betrieb genommen werden. Ein eigens hierfür gegründeter Verein unterstützt dieses Tierheim, Träger ist die Lernen und Arbeiten GmbH.
Seit Jahren kümmern sich Gabricevic und Bartz um die tierärztliche Behandlung von verwilderten Katzen und vermitteln sie an neue Besitzer weiter "" zunächst in Eigeninitiative, dann gemeinsam mit anderen in der privaten Tierhilfe Wittlich-Daun. Außerdem versorgen die beiden Schwestern 6 ständige Futterstellen. So groß wie ihre Einsatzbereitschaft ist auch ihr Wirkungskreis: Die beiden Frauen sind in weiten Teilen der Eifel aktiv und stets erreichbar.
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