
Der Schutz der Wälder spielt gerade in der jetzigen Phase der Verhandlungen in Kopenhagen eine entscheidende Rolle für einen weltweit erfolgreichen Klimaschutz.
Umweltministerin Margit Conrad, die als Mitglied der deutschen Delegation am Weltklimagipfel in Kopenhagen teilnimmt, stellt fest: ""Kopenhagen wird nur dann erfolgreich, wenn zusätzlich zu anspruchsvollen Emissionsminderungen bei der Energieerzeugung stringente Vereinbarungen zum weltweiten Schutz der Wälder getroffen werden."" Heute stehen bei der Weltklimakonferenz zahlreiche Diskussionen zum Thema ""Landnutzung und Klimagase"" auf der Tagesordnung. Präsident Obama hatte gestern den norwegisch-brasilianischen Plan zum Schutz der Wälder begrüßt. Dieser sieht vor, dass die reichen Länder die armen Länder dafür finanziell unterstützen, dass sie ihre Wälder erhalten.
Etwa 20 Prozent der weltweiten Klimagasemissionen sind auf Entwaldung zurückzuführen. Besonders betroffen sind vor allem die tropischen Regenwälder, aber auch die großflächigen borealen Nadelwälder der Nordhemisphäre, die immer kleiner werden.
""Waldschutz wirkt sehr schnell, ist sehr kostengünstig und erbringt beachtliche Klimagasminderungen. Deshalb sollte der Waldschutz Vorrang haben"", stellt Conrad fest.
Die tropischen Regenwälder zum Beispiel am Amazonas, im Kongo oder in Indonesien oder die borealen Nadelwälder vor allem in Sibirien und dem nördlichen Kanada sind von herausragender Bedeutung für den globalen Kohlenstoffkreislauf und die Biodiversität. Sie sind Lebensgrundlage der dortigen Menschen und der Biosphäre. ""Die Erhaltung der Wälder weltweit ist daher eine der wichtigsten umweltpolitischen Zukunftsaufgaben."", sagte Conrad. ""Die Wälder brauchen Hilfe "" sofort."" Rheinland-Pfalz engagiere sich deshalb zum Beispiel auch für den Schutz des Berg- und Regenwaldes im afrikanischen Partnerland Ruanda.
Wichtiges Thema der Konferenz ist derzeit auch die Frage der Einbindung von Rodung und Degradation von Wäldern (REDD) mittels Zertifikaten in den weltweiten Handel mit CO2-Zertifikaten. Conrad: ""Der Anteil von REDD-Zertifikaten an den Gesamtminderungspflichten muss begrenzt bleiben, damit sich die notwendigen Investitionen in Effizienztechnologien und erneuerbare Energien nicht verzögern. Vor allem müssen die durch REDD-Zertifikate honorierten Klimagasreduktionen gesichert belegt sein. ""
Die EU-Kommission schätzt die Kosten zum Waldschutz in den Entwicklungsländern auf jährlich 7 bis 14 Milliarden Euro bis 2020. Die EU ist bereit, bei weltweit fairer Lastenteilung, ihren Anteil für einen anspruchsvollen ""Waldschutz-Aktionsplan"" zu leisten.
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