
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist die Energie-Effizienz-Technologie und steht für den energieeffizienten Einsatz fossiler und regenerativer Ressourcen. Die Erzeugung von Strom und von Nutzwärme geht Hand in Hand. Rheinland-Pfalz ist Kraft-Wärme-Kopplungsland und hat schon heute das KWK-Ziel, das die Bundesregierung für 2020 formulierte, erreicht: der Anteil von KWK am Bruttostromverbrauch betrug 2007 27 Prozent.
""Der umfassende Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung ist aus Gründen des Klimaschutzes und der Energiesicherheit eine Herausforderung, der sich das Land stellt - auch im Interesse der Energiewirtschaft und der Verbraucherinnen und Verbraucher. Nur wenn Brennstoff immer besser genutzt wird, bleibt die Energie für den Endkunden künftig bezahlbar. Dies ist auch eine Standortfrage für Unternehmen"", sagte Umweltministerin Margit Conrad bei der Tagung zum weiteren Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung an der Fachhochschule Bingen. Vor diesem Hintergrund sei es unverständlich, dass im Koalitionsvertrag die KWK nicht einmal erwähnt werde, sagte Conrad. Offenbar habe man deren große Bedeutung für eine zukunftsfähige Energieversorgung nicht erkannt und damit auch nicht die Chancen.
Ein Zinszuschussprogramm des Landes fördert seit Mitte dieses Jahres insbesondere auch den Ausbau von Wärmenetzen oder Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmebereich. Die Förderrichtlinie des Landes sieht ""Zinszuschüsse für Investitionen im Bereich der Energieeffizienz und der Energieversorgung einschließlich der Erneuerbaren Energien"" vor. Damit können für 2009/2010 jährlich Investitionen in Höhe von 50 Millionen Euro unterstützt werden.
Auch mit dem Konjunkturprogramm II hat das Land seinen Anspruch auf den Ausbau von Wärmenetzen gelegt. KWK ist eine wichtige Ergänzung für die Erneuerbaren Energien. Sie muss in Zukunft einen Beitrag zur Lieferung von Regelenergie leisten, um die flukturierenden Erneuerbaren Energien zu ergänzen.
KWK-Offensive Rheinland-Pfalz
Rheinland-Pfalz hat bereits im vergangenen Jahr eine KWK-Offensive gestartet, um "" so Conrad "" ""den schlafenden Riesen im Wärmemarkt zu wecken"".
Die Ziele der KWK-Offensive sind:
"" Erhöhung des Gesamtwirkungsgrads der Energieerzeugung durch die weitgehende Nutzung der Abwärme aus der Stromerzeugung,
"" Verstärkte Einführung von Technologien zur effizienten Erzeugung von Strom und Wärme und Kälte,
"" Entwicklung innovativer KWK-Konzepte und Erschließung von Wärmesenken,
"" Ausbau von Wärmenetzenfür fossile aber auch regenerative KWK,
"" Ersatz herkömmliche Gas- und Ölkessel durch Strom erzeugende Heizungen unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit
Die KWK-Offensive richtet sich insbesondere an Unternehmen aus Handwerk, Industrie und Dienstleistungsgewerbe, öffentliche Einrichtungen und Verwaltung des Landes und der Kommunen, die Wohnungswirtschaft sowie private Haushalte in Rheinland-Pfalz. Es gibt verschiedene Fördermaßnahmen "" darunter die unabhängige Beratung zum wirtschaftlichen Einsatz Strom erzeugender Heizungen durch die Transferstelle Bingen.
Außerdem gibt es finanzielle Unterstützung bei der Entwicklung von KWK-Konzepten sowie Demonstrationsprojekte und für technologische Innovationen im Bereich der KWK:
Im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Rheinland-Pfalz untersuchte das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement zum Beispiel die Potenziale der Abwärmenutzung aus Biogasanlagen in der Region Eifel.
Das Umweltministerium unterstützt die Firma Kirsch GmbH aus Trier mit einer Förderung in Höhe von 335.000 Euro bei der Entwicklung innovativer Konzepte zum Einsatz Strom erzeugender Heizungen für die Bereitstellung von Regelenergie.
Heimische Biomasse soll in der südwestpfälzischen Ortsgemeinde Wallhalben durch den Bau eines Nahwärmeverbundes auf der Basis einer Biogasverstromung ressourceneffizient genutzt werden; das Umweltministerium fördert dieses Vorhaben mit zirka 160.000 Euro.
""Kraft-Wärme-Kopplung leistet einen weiteren wesentlichen Beitrag zum Aufbau einer CO2-armen Energieversorgung und ist Bestandteil der rheinland-pfälzischen Energiestrategien mit den Zielen: Klima schützen, Energie sichern, Energierechnungen reduzieren und Arbeitsplätze schaffen"", sagte Ministerin Conrad. Die KWK-Technologien erhöhten nicht nur die Energieeffizienz der Strom- und Nutzwärmeerzeugung aus fossilen Energieträgern, sondern optimierten auch den Einsatz regenerativer Energieträger. ""Zusammen mit den Erneuerbaren Energien bieten die KWK-Technologien den Energieversorgern, wie beispielsweise den Städte- und Gemeindewerke, bereits heu-te eine Reihe von neuen Geschäftsfeldern insbesondere in den Bereichen Energieerzeugung und Energiedienstleistung."" Die dezentrale und regenerative Erzeugung und Lieferung von Strom und Nutzwärme, das Energieeinspar- und Energieliefer-Contracting sowie der Aufbau und Betrieb virtueller Kraftwerke aus einer Vielzahl dezentraler kleiner Stromerzeugungsanlagen stellen Möglichkeiten für unsere kommunalen Energieversorger dar, ihre Position in den Energiemärkten der Zukunft auszubauen und den energiewirtschaftlichen Wettbewerb mitzugestalten.""
Die KWK-Offensive Rheinland-Pfalz wird auch von zahlreichen energiewirtschaftlichen Akteuren im Land, wie z.B. Gasversorgungsunternehmen, Unternehmen der Mineralölwirtschaft sowie überregional tätigen Fachverbänden und Technologieanbietern aktiv unterstützt. Im Rahmen der Offensive geben die teilnehmenden Energieversorgungsunternehmen, rheinland-pfälzische Unternehmen der Mineralölwirtschaft, Fachverbände sowie verschiedene Blockheizkraftwerk(BHKW)-Hersteller Zuschüsse zu Investitionen in Gas- bzw. Heizöl-BHKWs.
Die Binger Tagung wurde mit Unterstützung des Umweltministeriums gemeinsam veranstaltet vom Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung e.V. und der Transferstelle Bingen.
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