
""Unsere besten Ideen für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz"" - unter diesem Motto hat heute die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad in der Mainzer Staatskanzlei den Umweltpreis 2009 an Preisträgerinnen und Preisträger in drei Kategorien überreicht. Die mit insgesamt 9.000 Euro dotierte Auszeichnung geht an sieben von einer Jury ausgewählte Preisträger und Projekte in Koblenz, Wörrstadt, Mainz, Trier, Neuerburg und dem Rhein-Hunsrück-Kreis.
Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr beim Thema ""Ressourcenschonung"" "" etwa durch intelligente energieeffiziente Gebäude, den gelebten Grundsatz ""Reparieren statt Wegwerfen"" oder den durchdachten Betrieb eines Bio-Frisiersalons. ""Preisträger haben es sich zur Aufgabe gemacht in vorbildlicher Weise ökologische und ökonomische Interessen zu vereinen. Andere interessieren schon die Kinder für das Zukunftsthema Nachhaltigkeit. Das Spektrum ist vielfältig "" neben dem sparsamen Umgang mit Ressourcen und innovativer Umwelttechnologie, bildet der diesjährige Umweltpreis auch moderne Dienstleistungen und Kampagnen ab. Immer ist es persönliches Engagement, das zu guten, beispielhaften Ideen führt"", würdigte Umweltministerin Margit Conrad die Umweltpreisträger.
Neu in die Ausschreibung des Umweltpreises aufgenommen wurde erstmals die Kategorie ""Privatpersonen"" (neben ""Kommunen und Kommunale Unternehmen"" sowie ""Wirtschaft""). Conrad: ""Viele Menschen in Rheinland-Pfalz sind mit ihrem ganz persönlichen Engagement Motor für eine nachhaltige Entwicklung und sie sind damit Vorbild. Dies gilt es anzuerkennen. Nachhaltigkeit braucht engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer, Projektmanager und eben auch Privatpersonen, die sich dieses Thema zu Eigen machen. Nachhaltigkeit ist ein mittlerweile in vielen Unternehmen praktizierter ganzheitlicher Ansatz "" der Umweltpreis zeigt, dass es in Rheinland-Pfalz eine Vielfalt ausgezeichneter Ideen, Aktivitäten und Projekte gibt.""
Den Umweltpreis des Landes Rheinland-Pfalz 2009 erhalten:
Kategorie ""Kommunen und Kommunale Unternehmen""
"" Rhein-Hunsrück-Kreis
"" Verbandsgemeinde Neuerburg
Kategorie ""Privatpersonen""
"" Arbeitskreis Naturnahes Grün Lokale Agenda 21 Mainz
"" Johannes Hill, Trier
Kategorie ""Wirtschaft""
"" juwi Holding AG, Wörrstadt
"" Petra Lehnigk "" Biofriseur, Koblenz
"" Hans Krempl "" Haustechnik GmbH, Koblenz
Der fünfköpfigen unabhängigen Jury aus Vertretern der Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, des Gemeinde- und Städtebundes, der Medien und des Umweltministeriums lagen in diesem Jahr 43 Bewerbungen zur Bewertung und Auswahl vor. Der Preis wird seit 1991 jährlich vergeben.
Die Preisträger im einzelnen:
Kategorie ""Kommunen und kommunale Unternehmen""
Rhein-Hunsrück-Kreis
""Energie- und Stoffstrommanagement des Rhein-Hunsrück-Kreises "" Pilotprojekt Nahwärmeverbund ""Auf dem Füllkasten""
In einer interkommunalen Kooperation decken hier in einem innovativen Pilotprojekt der Landkreis, die Rhein-Hunsrück Entsorgung (Träger der öffentlichen Abfallentsorgung), die Verbandsgemeinde und die Stadt Simmern ihren Wärmebedarf für insgesamt zwölf kommunale Gebäude durch die Verbrennung von trockenen Abfallbiomassen, wie Baum- und Strauchschnitt decken. Zusätzlich wird der Landkreis durch Windkraftanlagen und Wärmepumpen zum ""Energieexporteur"".
Verbandsgemeinde Neuerburg
Projekt ""Zukunfts-Diplom""
Ziel des Zukunfts-Diploms mit seinen außerschulischen Angeboten - nach dem Vorbild des Trierer Zukunfts-Diploms für Kinder - ist es, Kinder fit für die Zukunft zu machen. Ihr Interesse an Zukunftsthemen, regionalen und globalen Zusammenhängen zu wecken, den abstrakten Begriff der Nachhaltigkeit kindgerecht mit Inhalten zu füllen, die Heimatverbundenheit und zugleich die globale Verantwortung zu stärken und damit die Region zukunftsfähig zu gestalten. Dabei werden regionale Unternehmen, Einrichtungen, Vereine und engagierte Privatpersonen beteiligt, die als Veranstaltungspartner und Unterstützer das Zukunfts-Diplom ermöglichen.
Kategorie Privat
Arbeitskreis Naturnahes Grün Lokale Agenda 21 Mainz
Projekt ""Na Schau"" Naturschaugarten Mainz
Mit einem ""Garten der Sinn"" soll Natur erlebbar und greifbar gemacht werden. Ein Naturschaugarten soll Mitbürger für die Vielfalt und Schönheit der heimischen Wildpflanzen begeistern. Der Naturschaugarten ist jederzeit zugänglich, es findet unter anderem jährlich ein Naturgartenfest statt, Führungen werden veranstaltet und Kurse zum Naturgärtnern angeboten. In Projekten mit Schülern und Kindergartenkindern stehen Themen wie Artenvielfalt, biologische Kreisläufe usw. auf dem Stundenplan.
Johannes Hill aus Trier
""Umweltfreundlich und fröhlich: Leben mit Holz und Sonne "" Energieeffizient sanieren "" für die Familie und mit der Familie""
Eine Familie hat seit 1992 kontinuierlich in vielen Bauphasen bei ihrem Haus eine komplette Sanierung mit viel Engagement und Durchhaltevermögen durchgeführt. Das Heizen mit Holz und Sonne, der Einsatz des Baustoffes Lehm, die Umrüstung einer Ölheizung auf Holzpellets, Wandflächenheizungen, Grasdach, Passivhausfenster eine naturnahe Gartengestaltung war und ist genauso Thema wie die Verwendung regionaler Hölzer.
Kategorie Wirtschaft
Hier kam die Jury mehrheitlich zu dem Schluss, das Preisgeld für diese Kategorie (3000 Euro) und an drei Bewerber zu vergeben:
juwi Holding AG, Wörrstadt
""Das energieeffizienteste Bürogebäude der Welt""
Gegenstand der Wettbewerbsteilnahme ist die Firmenzentrale der juwi-Gruppe in Wörrstadt. Der Bürokomplex mit über 8000 Quadratmeter Nutzfläche benötigt pro Quadratmeter etwa ein Zehntel der Energie eines Einfamilienhauses. Das Gebäude erzeugt mit Hilfe von Photovoltaik-Anlagen mehr elektrische Energie als es verbraucht. Der gesamte Primärenergiebedarf für Heizung, Lüftung, Warmwasser und Elektrizität wird zu 100 Prozent regenerativ gedeckt.
Biofriseur Petra Lehnigk aus Koblenz
""Schönheitspflege und Ressourcenschonung""
Friseurin Petra Lehnigk hat für ihr Geschäft eine alte Scheune nach ökologischern Richtlinien und nachhaltigem Umgang mit Ressourcen ausgebaut. Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen findet sich mit großem Engagement in allen Bereichen des Betriebes wieder: Beim Produkteinsatz, der Abfallvermeidung, der Gebäudesanierung, der Energieeinsparung, Warmwasserbereitstellung, Beleuchtung, Wäschetrocknung und Regenwassernutzung.
Hans Krempl "" Haustechnik GmbH aus Koblenz
Initiative ""Deutschland repariert""
Der Bewerber versucht als einer der großen Hausgeräte-Ersatzteilversorger in Deutschland eine ""Reparaturkultur"" zu etablieren und damit zu einer Veränderung der verbreiteten Wegwerfmentalität beizutragen von der alle profitieren: Die Umwelt (nachhaltiges Wirtschaften, geringere Belastung durch Elektro- und Elektronikschrott, geringere Inanspruchnahme von Ressourcen für Entsorgung, Neuproduktion und Transport), der Verbraucher (Einsparung finanzieller Mittel sowie das Angebot zu einem Ressourcen schonenden Verhalten) und die heimische Wirtschaft ( Stabilisierung bzw. Ausbau der Beschäftigung im Bereich Servicekräfte in kleinen und mittelständischen Betrieben).
Selbstdarstellungen der Preistäger als pdf-Datei
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