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21.04.2010 | Preisverleihung Unser-Ener-Wettbewerb

Umweltministerin Margit Conrad: „Energiesparende Bauweise senkt zweite Miete dauerhaft“ - Beispielhafte Gebäude ausgezeichnet

„Energiesparende Bauweise und reizvolle Architektur lassen sich heute perfekt verbinden“: Umweltministerin Margit Conrad prämierte in Mainz sechs Eigenheime sowie erstmals ein Mehrfamilienhaus. Die Neubauten und modernisierten Gebäude sind die Gewinner des 3. Unser-Ener-Wettbewerbs für energetisches Bauen und Sanieren.

„Die Ergebnisse des Wettbewerbs zeigen den hohen Standard von Energiesparhäusern in Rheinland-Pfalz.  Unser Land ist voller Energie und diese wird genutzt, wenn alle, vom Architekten bis zum Handwerker, eng zusammenarbeiten und die Möglichkeiten der Erneuerbaren Energien sowie moderner Bautechnik ausnutzen. Die Bauherren profitieren langfristig, denn sie sind viel unabhängiger von steigenden Energiepreisen und ihre Häuser sind ein Beitrag zum Klimaschutz “, so Ministerin Conrad.

Die prämierten Einfamilienhäuser werden mit insgesamt 12.000 Euro prämiert und  sind in Fürfeld, Osthofen, Westernohe, Dohr, Kaiserslautern und Mainz-Mombach zu finden. Bei den modernisierten Altbauten wurden Energieeinsparungen von bis zu 80 Prozent erreicht. Zwei der Neubauten sind sogar „Plus-Energiehäuser“: Durch den geringen Energiebedarf und die hauseigene Solarstromanlage erzeugen sie mehr Energie als sie verbrauchen. Die Neubauten überzeugen in Form und Materialauswahl, die Bestandsgebäude im rücksichtsvollen Umgang mit der ursprünglichen Erscheinungsform. Am Wettbewerb hatten sich 50 Bauherren und Gebäudeeigentümer beteiligt.

Erstmals waren in diesem Jahr auch Eigentümer von vorbildlich sanierten Mehrfamilienhäusern aufgefordert, beim Wettbewerb mitzumachen. In historischer Bausubstanz ist in Kaiserslautern ein Neubau entstanden, der heutige Anforderungen an das Energiesparen und Barrierefreiheit erfüllt und mit einem Anerkennungspreis der Jury ausgezeichnet wird.

Conrad: „Über 50 Prozent der Wohnungen in Deutschland befinden sich in Mehrfamilienhäusern. Wir können den Energiebedarf für Heizung und Warmwasser dann nachhaltig senken, wenn auch diese Gebäude modernisiert werden. Deswegen freut es mich besonders, dass das Haus der BAU AG aus Kaiserslautern Denkmalschutz, Energieeffizienz und modernes Wohnen verbindet“,  so Margit Conrad. „Die Senkung der Heizkosten im Wohnungsbau ist ein Thema für alle Mieterinnen und Mieter: Die warmen Betriebskosten sind für viele Haushalte zur zweiten Miete geworden. Daher unterstützt Rheinland-Pfalz Hauseigentümer bei energieeffizienten Sanierungen mit einem eigenen Förderprogramm.“

10-Millionen-Euro-Förderprogramm des Umweltministeriums

Das 10-Millionen-Euro-Förderprogramm des Umweltministeriums Rheinland-Pfalz unterstützt Bauherren und Hauseigentümer in Rheinland-Pfalz, anspruchsvolle Energiestandards in Neubau und Gebäudebestand umzusetzen und sich so dauerhaft von steigenden Energiepreisen unabhängiger zu machen. Gefördert wird die Kombination von hocheffizientem Wärmestandard mit dem Einsatz erneuerbarer Energien.

Die durch das Förderprogramm ausgelösten Gesamtinvestitionen betragen inzwischen über 186 Millionen Euro bei bisher rund 3,5 Millionen Euro zugesagten Fördermitteln. Mit über 530 Anträgen stößt das Programm auf große Resonanz.

Neubau: Bei Wohngebäuden wurden bisher 245 Anträge (101 Passivhäuser, 144
Energiegewinngebäude) mit insgesamt 479 Wohneinheiten positiv geprüft (Gesamtinvestition von 86,6 Millionen Euro und beantragte Förderung von rund 1,7 Millionen Euro für den Neubau und Innovationen).

Außerdem wurden bisher 14 Nicht-Wohngebäude positiv geprüft (Gesamtinvestition 47,3 Millionen Euro)

Sanierung: 171 Anträge mit insgesamt 970 Wohneinheiten (Gesamtinvestition von 53 Millionen;  Anteil energetischer Maßnahmen 39 Millionen Euro) wurden befürwortet (und eine beantragte Förderung von 1,74 Mio. € für die Sanierung und Innovationen. Zwei Anträge von Nicht-Wohngebäuden werden noch geprüft.

Gefördert werden im Rahmen des Pilotvorhabens Musterlösungen (Best-Practice), um innovative energiesparende Technologien im Markt zu etablieren und weiterzuentwickeln, den Einsatz von erneuerbaren Energien zu Zwecken der Wärmeversorgung zu steigern und dadurch die Nachhaltigkeit der Energieversorgung zu verbessern und den Wissenstransfer hinsichtlich hochenergieeffizienter Bauweisen zu beschleunigen.


Unser-Ener-Wettbewerb

Der Wettbewerb wurde in drei Kategorien ausgeschrieben: für energiesparende Sanierungen und für energieeffiziente Neubauten von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie für Sanierungen von Mehrfamilienhäusern. Vergeben wurden in den Kategorien für Ein- und  Zweifamilienhäuser je 3.000 Euro (1. Preise), 2.000 Euro (2. Preise) und 1.000 Euro (3. Preise). Die Prämierung in der Kategorie Mehrfamilienhäuser erfolgt in Form eines Anerkennungspreises.

Die Prämierung findet im Rahmen der Kampagne des Umweltministeriums „Unser Ener macht mit - Unsere beste Energie ist gesparte Energie“ statt und zeichnet Häuser aus, die besonders energiesparend saniert oder neu gebaut wurden. Auch der Einsatz erneuerbarer Energien, innovativer Technologien und gelungene Architektur zählen bei der Bewertung durch die Jury.

Die Prämierung besonders energieeffizienter Neubauten, wie sie beispielsweise im Förderprogramm des Landes unterstützt werden und wurden, gilt für Gebäude, die nicht vor 2006 gebaut wurden und mindestens dem KfW-40-Standard entsprechen.

Überdies warenHauseigentümer aus Rheinland-Pfalz teilnahmeberechtigt, die ihr Haus seit 2004 so energieeffizient modernisiert haben, dass sie den Energieverbrauch nachweisbar senken konnten. Der reduzierte Energieverbrauch muss anhand des Energieausweises oder eines Gutachtens (z.B. eines Energieberaters) belegt werden. Die Art und Weise der Sanierung spielt keine Rolle (z.B. mittels besonders effektiver Wärmedämmung oder Einsatz von erneuerbaren Energien) -  entscheidend ist die Verbesserung der Energieeffizienz verbunden mit einer gelungenen architektonischen Umsetzung.

Im Bereich Mehrfamilienhäuser konnten sich Eigentümer von energieeffizient modernisierten Gebäuden mit mindestens sechs Wohneinheiten bewerben. Die Modernisierung durfte nicht vor dem Jahr 2004 ausgeführt worden sein und das Gebäude musste mindestens den Neubaustandard nach der Energie-Einsparverordnung von 2007 erreichen.


Unabhängige Jury

Die Wettbewerbs-Jury, bestehend aus Vertretern von Bauforum, Architektenkammer, Ingenieurkammer, Handwerkskammer, Verbraucherzentrale, EOR, Verband der Gebäudeenergieberater GIH, Verband der Wohnungswirtschaft, Mieterbund und dem Umweltministerium wählte die Siegergebäude nach eingehender Prüfung und nicht ohne eine Besichtigung am Standort aus. Beurteilungsgrundlagen waren die Reduzierung des Energiebedarfs, die Effizienz der Energieerzeugung, die Nutzung erneuerbarer Energien, eine gelungene architektonische Umsetzung der Maßnahme sowie bei Wohngebäuden die Barrierefreiheit.


Wettbewerb 2010 : Die Gebäude der Preisträger

Kategorie Neubau:

1. Platz

Judith und Patrick Wenz

„Für uns kam nur ein Passivhaus in Frage und die Entscheidung war goldrichtig.“

Mit ihrem Haus ist es Judith und Patrick Wenz gelungen, Energieeffizienz, besondere Architektur und natürliche Baustoffe zu kombinieren. Der Gebäudesockel ist für maximalen Wärmeschutz auch unterhalb der Bodenplatte gedämmt. Die Zwischenräume der Holzständerwände sind mit Zellulosedämmung gefüllt. Für die Wärmeversorgung nutzt das Haus eine Lüftungsanlage sowie eine Wärmepumpe mit Erdkollektoren im Energiegraben rund um das Gebäude. Durch den geringen Heizwärmebedarf und die Solarstromanlage mit 8,8 kWp Leistung erzeugt das Haus mehr Energie als es verbraucht.

Architekt: Architektur- + Stadtplanungsbüro Dipl.-Ing. Winfried Mannert

Energiebilanz: Der berechnete Jahres-Primärenergiebedarf des Gebäudes mit liegt bei einer Wohnfläche von 189 m² mit rund 32 kWh/m² pro Jahr weit unter dem zulässigen Höchstwert.


2. Platz

Klaus und Karin Himmler

„Unser Eigenheim ist konsequent ökologisch und energiesparend gebaut.“

Für Klaus und Karin Himmler war von vornherein klar, dass ihr neues Haus nicht nur energetisch hohen Ansprüchen genügen sollte, sie wollten zusätzlich möglichst ökologische Baustoffe nutzen. Das Eigenheim sollte außerdem auch im Alter einfach bewirtschaftet werden können. Es entstand ein kompaktes Passivhaus, dessen Wände aus vorgefertigten Holztafelelementen mit Zellulose-Einblasdämmung bestehen. Für Heizung, Warmwasserbereitung und kontrollierte Lüftung sorgt ein Wärmepumpenkompaktgerät. Eine Photovoltaikanlage mit 8,8 kWp-Leistung macht das Haus zum „Plus-Energiehaus“ und liefert darüber hinaus mehr als 50 Prozent des Haushaltsstroms.

Architekt: Erbeldinger Architekten GmbH, Dipl.-Ing. (FH) Stefan Erbeldinger

Energiebilanz: Der berechnete Jahres-Primärenergiebedarf des Gebäudes mit liegt bei einer Wohnfläche von 143 m² mit rund 36 kWh/m² weit unter dem zulässigen Höchstwert.


3. Platz

Carina Zoth und Andreas Köckeritz

„Unser Haus verbindet energiesparende Bauweise mit zeitloser Architektur.“

Carina Zoth und Andreas Köckeritz haben ein Passivhaus im Bauhausstil realisiert. Es kombiniert Materialien wie  Beton, Stahl, Lehm und Holz. Das  Wohnhaus ist in zwei Baukörper unterteilt: Der Wohn- und Eßbereich im Erdgeschoss wurde in Massivbauweise errichtet. Das Obergeschoss mit Privaträumen und Bad wurde als vorgefertigte Holzkonstruktion gebaut. Das Haus nutzt eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Die Brauchwassererwärmung sowie die an kalten Wintertagen erforderliche Nachheizung der Raumluft erfolgt über eine Solaranlage mit Nachheizregister. Bei Bedarf kann die fehlende Restwärme aber auch über einen Stückholzkamin CO2 neutral erzeugt werden.

Architektin: Dipl.-Ing. Carina Zoth

Energiebilanz: Der berechnete Jahres-Primärenergiebedarf des Gebäudes mit liegt bei einer Wohnfläche von 165 m² mit rund 22 kWh/m² pro Jahr weit unter dem zulässigen Höchstwert.


Kategorie Modernisierung

1. Platz

Dr. Torsten Krämer 

„Jetzt haben wir mehr Wohnraum und trotzdem nur noch ein Fünftel  der alten Heizkosten.“

Dr. Thorsten Krämer wollte mit der Modernisierung seines Eigenheims nicht nur den Energiebedarf verringern sondern auch zusätzlichen Wohnraum gewinnen. Dafür wurde das Dach komplett abgetragen und ersetzt. Die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen, die teils undichten Fenster wurden durch hocheffiente Fenster mit 3-fach-Wärmeschutzverglasung ersetzt. Um die Räume vor Überhitzung zu schützen wurden außenliegende  Rollläden und Außenraffstoreanlagen eingebaut. Zusätzlich wurde die Kellerdecke gedämmt. Für Frischluft sorgt eine Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Erdwärmetauscher. Für die Beheizung sorgen ein Kachelofen mit Scheitholzbefeuerung, eine Brennwert-Gastherme und eine Solarwärmeanlage.

Architekt: Architektur- und Ingenieurbüro Walter Andre

Energiebilanz: Senkung des Primärenergiebedarfs um ca. 80% auf rund 51 kWh/m² pro Jahr.


2. Platz

Dr. Birgit und Stephan Guhse

„Unser Ziel: das schöne Erscheinungsbild des Hauses wieder herstellen und gleichzeitig
den aktuellen technischen Standard erreichen.“

Das Haus von Dr. Birgit und Stephan Guhse wurde in den 70er und 80er Jahren stark verändert und sollte nun sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurückgewinnen, allerdings ohne auf einen hohen Energiesparstandard zu verzichten. Das Dach wurde mit Auf- und Zwischensparrendämmung versehen, wobei besonders darauf geachtet wurde, dass der Wärmeschutz das Erscheinungsbild nicht zu stark verändert. Die Außenwände wurden mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen, die Kellerdecke gedämmt und es wurden Holzfenster mit Isolierverglasung eingebaut. Eine neue Gasbrennwerttherme und eine Solarwärmeanlage sorgen für Heizung und Warmwasser.

Architekt: Dipl.-Ing. Architekt Stephan Guhse; Energieberatung: Dipl.-Ing. Peter Grünewald

Energiebilanz:Senkung des Primärenergiebedarfs bei 204 m² Wohnfläche um rund 78 % auf rund 80 kWh/m² pro Jahr


3. Platz

Michael und Monika Reichert

„Mehr Komfort, weniger Energieverbrauch und neuer Charme für unser Haus sind die Ergebnisse der Modernisierung.“

Michael und Monika Reichert haben ihrem Haus im Zuge der Modernisierung zu neuem Charme verholfen, ihren Wohnkomfort erhöht und den Primärenergiebedarf um rund drei Viertel gesenkt. Zusätzlich wurde eine neue Terrasse im Dachgeschoss erschlossen. Das Dach wurde mit einer Auf- sowie einer Zwischensparrendämmung versehen und neu eingedeckt. Die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem ausgestattet, die Kellerdecke von unten gedämmt und die Fenster wurden gegen Kunststoff-Fenster mit außenliegenden Rollladenkästen ausgetauscht. Zusätzlich zur bestehenden Gas-Brennwerttherme wurde eine Solarwärmeanlage zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung installiert.

Architekt: hn energieconsult, Dipl.-Ing (FH) Horst Neises

Energiebilanz: Senkung des Primärenergiebedarfs bei 212 m² Wohnfläche um 74% auf 70  kWh/m² pro Jahr


Kategorie Wohnungsbau

1. Platz

BAU AG Kaiserslautern 

  „Denkmalschutz trifft Energieeffizienz.“

Der BAU AG ist mit dem Gebäude in der Albert-Schweitzer-Str.  gelungen, den Denkmalschutz zu würdigen und gleichzeitig einen modernen Lebens- und Energiestandard zu sichern. Während der Wohnbereich von Grund auf neu errichtet wurde, blieben die drei filigranen straßenseitigen Fassaden inklusive der Giebel erhalten.  Der neue Gebäudeteil erhielt eine außenliegende Mineralfaserdämmung, die denkmalgeschützte Fassade aus Sandstein wurde von innen gedämmt. Das Gebäude wird durch Nah- und Fernwärme beheizt. Um das Gebäude im Rahmen des „Assisted Living“ Konzeptes auch für ältere Menschen nutzbar zu machen, wurden die Wohnungen und der Zugang barrierearm gestaltet.

Energiebilanz: Durch die neue Gebäudetechnik und die durchgeführten energieeinsparenden Maßnahmen ist jährlich eine Einsparung von 54,49 Tonnen CO2 möglich.

 

Verantwortlich (i.S.d.P)
Stefanie Mittenzwei
Pressesprecherin
Telefon 06131 16-4645
Telefax 06131 16-4649
stefanie.mittenzwei(at)mufv.rlp.de

Clarisse Furkel
Pressereferentin
Telefon 06131 16 4416
Telefax 06131 16-4649
clarisse.furkel(at)mufv.rlp.de


Kaiser-Friedrich-Straße 1
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