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04.08.2010 | Biblis: Laufzeitverlängerung

Conrad: „Übertragungskarussell soll älteste Atommeiler retten“

„Die Übertragung von Reststrommengen aus dem Kontingent des stillgelegten Atomkraftwerks Mülheim-Kärlich auf das Atomkraftwerk Biblis B ist unter Sicherheitsaspekten verantwortungslos“, stellt die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad fest. So seien zum Beispiel beide Blöcke des Atomkraftwerkes Biblis nicht gegen Abstürze eines größeren Flugzeuges ausgelegt. Das AKW Biblis führt die Hitliste der Störungen und meldepflichtigen Ereignisse an.

Die Blöcke in Biblis, die durch Tricksereien weiterlaufen sollen, gehören zu den ältesten und störanfälligsten in Deutschland. Erst letzte Woche gab es ein sicherheitsrelevantes Ereignis im Block B. Die höhere Anfälligkeit älterer Reaktoren sei unbestritten. Röttgen selbst hat diese gegenüber dem deutschen Bundestag bestätigt. „Wenn es stimmt, dass Sicherheit vorgeht, dann kann es keinen Automatismus in der Übertragung von Reststrommengen geben – ungeachtet der Regelung im Atomkonsens“, so Conrad.

Conrad: „Es ist offensichtlich, dass die Betreiber von Atomkraftwerken ein Übertragungskarussell für Strommengen in Gang setzen, um so die alten Atommeiler bis zur Laufzeitentscheidung zu retten – und dies in Kumpanei mit der Bundesregierung.“

Nach den Bestimmungen des Atomgesetzes  sollte Biblis A nach Erzeugung der  festgelegten Reststrommenge bereits 2008, Biblis B dann 2009 vom Netz gehen – was zunächst durch sehr lange Stillstände der beiden Reaktorblöcke hinausgezögert wurde. Mit dem Verkauf von Strommengen aus dem stillgelegten Meiler Stade durch E.ON an Biblis-Betreiber RWE wird die Abschaltung von Biblis A verhindert. Das Karrussel dreht sich jetzt durch die Übertragung von Strommengen aus dem stillgelegten  Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich auf Biblis Block B weiter. „Man darf gespannt sein, wo die Reststrommengen demnächst hinwandern“, so Conrad.

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