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09.12.2010 | Energieeinsparung

Pilotprojekt Energetische Sanierung von Pfarrhäusern

Das Umweltministerium fördert in den beiden nächsten Jahren ein Pilotprojekt zur energetischen Bewertung von Pfarrhäusern und zur Untersuchung der Nutzungsmöglichkeiten erneuerbarer Energien von Pfarrhäusern in der evangelischen Kirche der Pfalz. „Moderne und energieeffiziente Pfarrhäuser sind nicht nur ein Aushängeschild der Kirchengemeinden, mit der Nutzung erneuerbarer Energien können Kirchengemeinden auch zusätzliche Einnahmen erzielen, die ihrer gesellschaftlich bedeutenden Arbeit zu Gute kommt“ betont Umweltministerin Margit Conrad bei der gestrigen Ministerratssitzung. Die Ministerin begrüßt den Beschluss der 11. Synode der evangelischen Kirche zur Ablehnung der Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken. Der Umstieg auf erneuerbare Energieträger ist auch ohne Kernkraft als Brückentechnologie möglich, in dieser Bewertung stimmen Kirchensynode und Umweltministerin überein.

In der Evangelischen Kirche der Pfalz gibt es rund 350 Pfarrhäuser, die vorwiegend in den letzten sechzig Jahren erbaut oder in dieser Zeit umgebaut worden sind. Die benötigte Heizenergie beträgt zum Teil deutlich über 300 kWh pro Quadratmeter und Jahr.

Pfarrer Thomas Jakubowski, Vorsitzender der Arbeitnehmervertretung im Bereich Pfarrerinnen und Pfarrer, freut sich über die Genehmigung des Antrags: „Das Pfarrhaus hatte schon immer eine wichtige Rolle in gesellschaftlichen Entwicklungen, so nun auch bei der Erhaltung der Schöpfung und des angemessen Umgangs mit den kostbaren Energieressourcen“, so Pfarrer Thomas Jakubowski, der auch Geschäftsführer des deutschen Pfarrwohnungsinstitut ist.

Im Verlauf des Pilotprojektes sollen bis zu 60 Pfarrhäuser energetisch untersucht werden. Als Ergebnis sollen sinnvolle Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Nutzung erneuerbarer Energien dargestellt werden. Darauf aufbauend wird ein Sanierungsplan (Masterplan) erstellt, in dem die zukünftige Nutzung der Gebäude auch unter finanziellen und geographischen Aspekten bewertet wird.

Im Pilotprojekt werden Pfarrhäuser aufgenommen, die einen Verbrauch von mehr als 200 kWh pro Quadratmeter und Jahr aufweisen, wobei auch denkmalgeschützte Pfarrhäuser untersucht werden. Die energetische Betrachtung der Pfarrhäuser soll den energetischen Zustand der Häuser beschreiben, die Wärmeversorgung bewerten und auf die Nutzung der Solarenergie bzw. anderer erneuerbarer Energieträger hinweisen. Das Projekt ist damit auch ein Baustein der Solarinitiative Rheinland-Pfalz. Für die vorgeschlagenen Sanierungsmaßnahmen werden Wirtschaftlichkeitsrechnungen durchgeführt und auf aktuelle Zuschussmöglichkeiten für die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen hingewiesen. Auch die Barrierefreiheit wird ein Thema in den Beratungen sein. Die Ergebnisse dienen den Kirchengemeinden als Entscheidungsgrundlage und sollen mittelfristig zu einem Masterplan zur energetischen Sanierung der untersuchten Pfarrhäuser führen.

Das Projekt wird von der Vertretung der Pfarrerinnen und Pfarrer in der evangelischen Landeskirche durchgeführt, die eine Vertretung der Pfarrerinnen und Pfarrer als Nutzer der Gebäude ist.
Das Projekt trägt zur Stärkung des Bewusstseins der Kirchengemeinden für den Energieverbrauch bei. Des Weiteren kommt den Energieberatungen und energetischen Sanierungen von Pfarrhäusern ein Multiplikatoreffekt in den Gemeinden zu. Durch eine einheitliche energetische Bewertung der oftmals erhaltenswerten oder denkmalgeschützten Gebäude können zudem Erfahrungen für vergleichbare Objekte gesammelt werden.

Von den Gesamtkosten des Projektes von 180.000 Euro fördert das Umweltministerium insgesamt 60.000 Euro, die evangelische Landeskirche stellt weitere 60.000 Euro zur Verfügung, für die örtlichen Kirchengemeinden verbleibt ein Eigenanteil an den Beratungskosten.

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