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26.02.2010 | Hochwasserschutz Koblenz

Umweltministerin Margit Conrad: "Hochwasserschutz schafft Sicherheit und Lebensqualität"

Die Koblenzer Stadtteile Lützel, Neuendorf und Wallersheim werden nach Abschluss der jetzt beginnenden Hochwasserschutzmaßnahme bis zu einem 10-jährlichen Hochwasserereignis geschützt sein. Die Hochwasserschutzmaßnahme in Koblenz umfasst 7 Bauabschnitte und wird bis Mitte 2014 realisiert. Die Kosten für den Hochwasserschutz in Höhe von rund 41 Millionen Euro werden zu 90 Prozent von der Landes-regierung übernommen. Hinzu kommen noch Kosten in Höhe von rund 3 Millionen Euro für Maßnahmen der Stadtentwässerung. Mit der Hochwasserschutzmaßnahme in Koblenz-Neuendorf entsteht die längste örtliche Hochwasserschutzmaßnahme des Landes.

Zum ersten Spatenstich in Koblenz verwies Umweltministerin Margit Conrad auf die große Bedeutung eines funktionierenden Hochwasserschutzes für Lebensqualität und Entwicklung am Rhein: ""Hochwasserschutz hat in Rheinland-Pfalz höchste Priorität. Rund eine Million Menschen sind an den großen und kleinen Flüssen in Rheinland-Pfalz von Hochwasser bedroht. Die Hochwasserschutzanlage des Landes bei Koblenz-Ehrenbreitstein wurde 2003 fertig gestellt. Die Baukosten hierfür betrugen rund 22 Millionen Euro, der Landesanteil lag bei 19,35 Millionen Euro. Der örtliche Hochwasserschutz wie in Koblenz ist am Mittelrhein die einzige Möglichkeit, ein relatives Schutzniveau herzustellen.""

Die Stadt Koblenz wird als Bauträger für das Land von der Europabrücke in Lützel bis an die Ortsgrenze von Wallersheim auf einer Gesamtlänge von rund 3,8 Kilometern einen Hochwasserschutz errichten. Die in sieben Abschnitte eingeteilte Maßnahme umfasst die Errichtung der neuen Hochwasserschutzanlage, die teils durch mobile Elemente erhöht wird, und den Bau von Dichtwänden sowie zwei Schöpfwerken in Lützel und Neuendorf zur Grundwasserhaltung. Mobiler Hochwasserschutz soll insgesamt über rund 650 Meter Länge mit rund 1.100 Quadratmetern Fläche zum Einsatz kommen.

Zukünftig wird bis zu einem 10-jährlichen Hochwasserereignis in Lützel, Neuendorf und Wallersheim eine Fläche von rund 35,5 Hektar mit etwa 535 Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und etwa 180 Nebengebäuden geschützt. Ein weiteres Ziel ist es, einen Anstieg des Grundwasserstandes im Schutzraum bei Hochwasser über das Niveau öffentlicher Straßen und Flächen zu verhindern. In den hochwassergefährdeten Stadtteilen Lützel, Neuendorf und Wallersheim leben rund 17.000 Menschen, deren Lebens- und Arbeitsraum zukünftig bis zu einem 10-jährlichen Hochwasserereignis geschützt werden. Da es aber trotz Dämmen, Deichen und Rückhalteräumen keinen absoluten Schutz gibt, sind neben den Hochwasserschutzmaßnahmen deshalb nicht nur Bauleitplanung und Katastrophenschutz gefordert, sondern auch die Eigenvorsorge der Bevölkerung.

Für den Hochwasserschutz insgesamt wurden seit Anfang der 1990er Jahre in Rheinland-Pfalz rund 630 Millionen Euro ausgegeben. Davon entfielen allein auf Hochwasserrückhaltungen, Deiche, Schöpfwerke am Oberrhein rund 300 Millionen Euro.
2012 sollen die Rückhaltungen am Oberrhein in Rheinland-Pfalz  einsatzbereit sein "" sofern Klagen die Umsetzung nicht verzögern. Davon profitiert auch der Mittelrhein. Am Mittelrhein wurde seit 1985 ein Reihe von örtlichen Hochwasserschutzmaßnahmen fertig gestellt: der Hochwasserschutz für die Braubacher Altstadt und Neustadt, in Neuwied, Spay, Andernach und Koblenz Ehrenbreitstein. Für den Hochwasserschutz Lahnstein laufen die Planungen, wobei ein Baubeginn frühestens 2012 möglich sein könnte.

Mit der ""Aktion Blau"" verfügt Rheinland-Pfalz über ein weiteres hervorragendes Instrument zur Förderung der natürlichen Wasserrückhaltung an kleineren Flüssen und Bächen im ganzen Land und damit zur Verminderung von Hochwasser. Dafür wurden seit 1994 140 Millionen Euro investiert.


Verantwortlich für den Inhalt: Stefanie Mittenzwei

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