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02.06.2010 | Förderung Erneuerbarer Energien

Conrad: „Regenerative Energieversorgung mit großen Entwicklungsperspektiven“ - Land fördert Energiepark mit 2,5 Millionen Euro

Umweltministerin Conrad hat heute mit der Übergabe des Förderbescheids des Landes den Startschuss für den Energiepark Pirmasens-Winzeln gegeben. Im Energiepark sollen die regional vorhandenen nachwachsenden Rohstoffe in einem breiten Einsatzspektrum für die Energieversorgung angrenzender Unternehmen genutzt werden. Dazu wird ein Logistikzentrum mit Biomasseaufbereitung, Lagerung und verschiedener Anlagen zur Biomassenutzung entstehen.


Die neu gegründete Firma Bio-Energie Pirmasens GmbH ist Hauptinvestor der Holz-vergaseranlage sowie der Energieerzeugung mit einer Investitionssumme von rund 14 Millionen Euro. Neben den Stadtwerken Pirmasens sind auch die Stadt Pirmasens, das Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens (PFI) und die Wasgau AG an dem Vorha-ben beteiligt. Mit der Realisierung des Energieparks Pirmasens werden Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 25 Millionen Euro getätigt.


Conrad: „Der geplante Energiepark hat für Deutschland Pilotcharakter. Mit dem Ener-giepark wird die Energieversorgung des Gewerbegebietes Pirmasens-Winzeln langfristig auf eine sichere und nachhaltige Basis gestellt und neue Arbeitsplätze geschaffen. Darüber hinaus können jährlich rund 30.000 Tonnen CO2 eingespart werden.“


Das Umweltministerium steuert zu der Anlage insgesamt 2,5 Millionen Euro bei, je zur Hälfte aus Landesmitteln sowie aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Gefördert wird ein wesentlicher Teil des Energieparks, eine innovative Anlage, die es ermöglicht, synthetisches Gas (SNG -Substitute Natural Gas) aus Bio-masse  herzustellen. Während die Erzeugung von Methan durch Vergärung stärkehaltiger Pflanzen (Fermentation) inzwischen eine etablierte Technologie ist, wurde die Gaserzeugung aus der Vergasung fester Biomasse hierzulande bisher noch nicht im Großmaßstab realisiert. Die Anlage soll rund zwei Drittel der im Energiepark insgesamt bereitgestellten Energie erzeugen.

Im Prozess wird Waldrestholz und verholzte Biomasse (Grünschnitt, verholztes Landschaftspflegematerial) in Wasserdampf vergast und ein energiereiches Produktgas erzeugt. Das synthetische Gas soll zusammen mit Biogas aus einer konventionellen landwirtschaftlichen Biogasanlage und einer Bioabfallvergärungsanlage energetisch zur hocheffizienten Bereitstellung von elektrischem Strom, Kälte und Wärme genutzt werden. Dies ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für weitere Forschung und Entwicklung: Mit seinen Bestandteilen Kohlenmonoxid und Wasserstoff eignet sich das Produktgas auch für weitere Syntheseschritte zur Bereitstellung von flüssigen Kraftstoffen, synthetischem Erdgas (BioSNG), Wasserstoff oder Methanol.


Conrad: „Pirmasens hat mit dem Energiepark Pirmasens-Winzeln einen überzeugenden Baustein für eine zukunftsfähige Biomassenutzung vorgelegt. Der Energiepark wird Ausstrahlung für unser Land und darüber hinaus haben. Damit leisten wir nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit in der Region. Wir haben mit dieser Schlüsseltechnologie auch eine Perspektive für eine nachhaltige Energie- und Rohstoffversorgung geschaffen. Mit der neuen Anlage in Rheinland-Pfalz und der regional vorhandenen Forschungsstruktur haben wir sozusagen den Fuß in der Tür bei den nachwachsenden Chemierohstoffen.“

 

Verantwortlich für den Inhalt: Stefanie Mittenzwei

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