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Startseite > Tiere > Tiergesundheit - Tierseuchen > Blauzungenkrankheit

Blauzungenkrankheit (Bluetongue - BT)

Die Blauzungenkrankheit (Bluetongue - BT) ist eine virusbedingte, seuchenhaft auftretende, Saison gebundene, hauptsächlich akut verlaufende Krankheit der Schafe und Rinder, die durch stechende Mücken, sogenannte Gnitzen (Größe 1-3mm), übertragen wird. Daneben sind auch Ziegen und Wildwiederkäuer für die BT empfänglich. Der Erreger ist ein Orbivirus, von dem bisher 24 verschiedene Serotypen entdeckt wurden. Für den Menschen ist die BT nicht gefährlich.

Die BT ist erstmalig in Südafrika entdeckt worden und dort seit langem bekannt, mittlerweile tritt die BT weltweit auf. Die Krankheit kommt vor allem in der warmen Jahreszeit vor und hat ihre Höhepunkte bei feuchtwarmem Wetter. Die BT ist in allen EU-Mitgliedstaaten anzeigepflichtig.

Symptome der BT sind Fieber, Apathie, Nasenausfluss, Durchblutungsstörungen, Lippen- und Zugenödeme mit Blaufärbung der Zunge, Läsionen der Maulschleimhaut und im Bereich der Nase, Schwellungen und Verkrustungen der Naseneingänge, was das Atmen erschwert sowie Entzündungen der Klauen, die mit Lahmheit einhergehen.

Nachdem die Blauzungenkrankheit des Serotyps 8 am 17. August 2006 erstmals in den Niederlanden aufgetreten ist, wurde sie auch am 19. August 2006 in Belgien und am 21. August 2006 in Deutschland (Nordrhein-Westfalen) festgestellt. Bis zur Einführung der Pflichtimpfung gegen BTV8 breitete sich diese Tierseuche kontinuierlich in Deutschland aus.

Den ersten Ausbruch der BTV8 in Rheinland-Pfalz meldete der Landkreis Altenkirchen am 29. September 2006. Das gesamte Land Rheinland-Pfalz gehört seit 04. September 2007 zum sogenannten 20-km-Gebiet.

Im Jahr 2006 zeigten nur einzelne Tiere Symptome dieser neuen Tierseuche. Im Jahr 2007 breitete sich das Geschehen unerwartet heftig aus. Allein in Rheinland-Pfalz erkrankten mehrere tausend Tiere an der Blauzungenkrankheit. Rund 6.600 Rinder und Schafe starben 2007 qualvoll an dieser Tierseuche. Um die Schäden für Tiere und Tierhalter zu vermindern, wurden im Jahr 2008 noch nicht zugelassene, noch in Entwicklung befindliche Impfstoffe nach einem groß angelegten Feldversuch der Länder bundesweit zum Einsatz gebracht. Bereits im ersten Impfjahr 2008 zeigte die Schutzimpfung hervorragende Wirkung: Es traten kaum noch klinische Erkrankungen von Tieren an der Blauzungenkrankheit in rheinland-pfälzischen Betrieben auf. In 2009 wurde nach Durchimpfung der Bestände in Rheinland-Pfalz keine Neuinfektion mehr festgestellt.
 
Rund 91% der impfpflichtigen Rinder und annähernd 100% der impfpflichtigen Schafe und Ziegen wurden im ersten Impfjahr 2008 vor einer Erkrankung geschützt. Im Jahr 2009 waren es rund 90 % der impfpflichtigen Rinder, Schafe und Ziegen, die einen Impfschutz erhielten.
 
Die Kosten der Durchführung der Impfung werden auch im Jahr 2010 weiterhin vom Land und der Tierseuchenkasse bezuschusst. Soweit der Tierarzt die Impfung in der zentralen Datenbank für Tiere dokumentiert, werden pro Impfung bei Schaf und Ziege 75 Cent, pro Impfung beim Rind 1 Euro (maximal 2,00 Euro) an den Tierarzt ausgezahlt. Die Kosten werden hälftig vom Land und der Tierseuchenkasse getragen.

Eine Übersichtskarte veranschaulicht das Auftreten der verschiedenen BT-Serotypen in Europa (?map").

Der Verzehr von Fleisch und Milch erkrankter Tiere ist für den Menschen ungefährlich, allerdings dürfen das Fleisch und die Milch erkrankter Tiere nicht als Lebensmittel in Verkehr gebracht werden.
 

Weitere Informationen zur Blauzungenkrankheit und zur Impfung finden sie hier (FAQ) und auf den Seiten des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI).