Direkt zur Navigation springen [Alt/Ctr+1]Direkt zum Inhalt springen [Alt/Ctr+2]
Schrift: größer | kleiner | Druckversion
Logo: Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft,Ernährung, Weinbau und Forsten - Zurück zur Startseite
  • Aktuelles
  • Ernährung
  • Europa/Internationales
  • Gesundheit
  • Landwirtschaft
  • Lärm
  • Luft
  • Nationalpark
  • Natur
  • Tiere
    • Verbraucher-Info
    • Tierschutz
      • Nutztierhaltung
      • Heimtierhaltung
      • Tiertransport
      • Schlachten von Tieren
        • Ausführungshinweise zu § 4a TierSchG
        • Verwendung Weinberg-Apparat
        • Sachkundenachweis § 4 TierSchIV
      • Tierversuche
      • Tierschutzpreis
      • Tierschutzbeirat
      • Förderungen für Tierheime und Tierschutzvereine
      • Tierschutzberichte
      • Tierschutzprojekte
      • Rechtliche Grundlagen - Tierschutz
    • Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren
    • Tiergesundheit - Tierseuchen
    • Tierkennzeichnung
    • Tierkörperbeseitigung und Tiernebenproduktebeseitigung
    • Behörden
    • Veranstaltungen
    • Kontakt
    • Verweise
    • Schlagwortliste
  • Wald
  • Wasser
  • Weinbau
  • Ministerium
  • Mediathek
  • Service
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Sitemap
  • www.rlp.de
Startseite > Tiere > Tierschutz > Schlachten von Tieren > Verwendung Weinberg-Apparat

Ausführungen zur Verwendung des Weinberg-Apparates zur Fixierung von Rindern bei der Schlachtung

Ein Teil der Untersuchungsergebnisse des Beratungs- und Schulungsinstituts für schonenden Umgang mit Zucht- und Schlachttieren - bsi - zum Weinberg-Apparat, die im Rahmen der Erörterung der Schächtproblematik durchgeführt wurden*, sind grundsätzlicher Art und können auch auf die Verwendungen des Weinberg-Apparates außerhalb des Schächtens (z. B. bei der Elektrokurzzeitbetäubung) angewendet werden.

 

*(Dr. Martin v. Wenzlawowicz, Dr. Karen v. Holleben (2002): Stellungnahme zur Fixierung von Rindern vor dem Schächtschnitt im Weinberg?schen Apparat)

Tierschutzrelevante Probleme beim Einsatz des Weinberg-Apparates

Eintrieb

Der Eintrieb der Tiere ist meist nur unter Verwendung des Elektrotreibers möglich, was dazu führt, dass stark aufgeregte Tiere fixiert werden. Die Ursache dafür ist die Gestaltung des Eintriebs in den Weinberg- Apparat, insbesondere die Beleuchtung, die wechselnden Materialien im Boden und Wandbereich, die Gestaltung des Kopfbereiches und Klappergeräusche.


Fixieren und Drehen

Im Vergleich zu Einrichtungen, in denen die Tiere im Stehen fixiert werden, ist im Weinberg-Apparat die Fixationsdauer wesentlich länger (im Mittel 103 Sekunden gegenüber 11 Sekunden). Die Dauer der Abwehrbewegungen (von Beginn der Fixierung an gemessen) ist im Weinberg-Apparat ebenfalls deutlich länger (im Mittel 11 Sekunden gegenüber 1 Sekunde). Die Zahl der Lautäußerungen, insbesondere der mit offenem Maul, liegt im Weinberg-Apparat wesentlich höher, vor allem während des Umdrehens in Rückenlage. An Verhaltensänderungen sind im Weinberg-Apparat forcierte Atmung - insbesondere in Rückenlage -, vermehrtes Schäumen aus dem Maul und Vorwärtsdrängen zu beobachten. Hämatokrit- und Cortisolwerte liegen bei Tieren, die im Weinberg-Apparat geschlachtet werden, signifikant höher als beim Fixieren im Stehen.

Ausblutung

Da die Tiere im Weinberg- Apparat meist mit Abwehrbewegungen reagieren oder versuchen den Kopf zu drehen, muss der Kopf mit Hilfe einer Fixierungsgabel gestreckt werden, was die Dauer der Fixierung zusätzlich verlängert und nicht bei allen Tieren korrekt gelingt. Die Folge sind schlecht ausgeführte Schnitte, die dazu führen können, dass es zu einer verzögerten Ausblutung durch die Bildung von Thromben kommt. Das Schlachten in Rückenlage bedeutet auch, dass sich Blutseen an der Schnittstelle bilden können, die ebenfalls die Ausblutung behindern. So besteht die Gefahr, dass die Tiere das Bewusstsein wiedererlangen und quasi geschächtet werden.

Bewertung

Die Tier sind im Weinberg- Apparat unnötig hohen Belastungen ausgesetzt:

  • Zwangsmaßnahmen beim Zutrieb,
  • sehr hohe Fixierungsdauer,
  • Abwehrbewegungen gegen das Auf- den- Rücken- Drehen, Aufrichtversuche des Kopfes (Verdrehen des Halses), Lautäußerungen (Brüllen mit offenem Maul) und Verhaltensänderungen (forcierte Atmung, Schäumen aus dem Maul) während der Fixierung als deutliche Anzeichen von Stress,
  • stark erhöhte Cortisol- und Hämatokritwerte als Zeichen erheblicher Belastung der Tiere durch Fixierung im Weinberg- Apparat,
  • Gefahr der verlangsamten Ausblutung und des Wiedererlangens des Bewusstseins während des Schlachtvorganges.

Es stehen deutlich belastungsärmere Methoden, in denen die Tiere stehend fixiert werden, zur Verfügung.

Vorteile der Fixierung im Stehen gegenüber dem Weinberg- Apparat:

  • Für das Personal einfacherer und für die Tiere stressärmerer Eintrieb,
  • geringere Dauer der Fixierung und weniger Abwehrbewegungen bedeuten weniger Stress für die Tiere,
  • Betäubung und Schnitt können ohne Verzögerung durchgeführt werden,
  • Kopf und Hals der Tiere sind vor, während und nach dem Schnitt optimal ruhig gestellt, so dass die Entblutung ungehindert erfolgen kann.

Ergebnis

Der Einsatz des Weinberg-Apparates zur Fixierung von Rindern bei der Schlachtung ist abzulehnen.