Eintrieb
Der Eintrieb der Tiere ist meist nur unter Verwendung des Elektrotreibers möglich, was dazu führt, dass stark aufgeregte Tiere fixiert werden. Die Ursache dafür ist die Gestaltung des Eintriebs in den Weinberg- Apparat, insbesondere die Beleuchtung, die wechselnden Materialien im Boden und Wandbereich, die Gestaltung des Kopfbereiches und Klappergeräusche.
Fixieren und Drehen
Im Vergleich zu Einrichtungen, in denen die Tiere im Stehen fixiert werden, ist im Weinberg-Apparat die Fixationsdauer wesentlich länger (im Mittel 103 Sekunden gegenüber 11 Sekunden). Die Dauer der Abwehrbewegungen (von Beginn der Fixierung an gemessen) ist im Weinberg-Apparat ebenfalls deutlich länger (im Mittel 11 Sekunden gegenüber 1 Sekunde). Die Zahl der Lautäußerungen, insbesondere der mit offenem Maul, liegt im Weinberg-Apparat wesentlich höher, vor allem während des Umdrehens in Rückenlage. An Verhaltensänderungen sind im Weinberg-Apparat forcierte Atmung - insbesondere in Rückenlage -, vermehrtes Schäumen aus dem Maul und Vorwärtsdrängen zu beobachten. Hämatokrit- und Cortisolwerte liegen bei Tieren, die im Weinberg-Apparat geschlachtet werden, signifikant höher als beim Fixieren im Stehen.
Ausblutung
Da die Tiere im Weinberg- Apparat meist mit Abwehrbewegungen reagieren oder versuchen den Kopf zu drehen, muss der Kopf mit Hilfe einer Fixierungsgabel gestreckt werden, was die Dauer der Fixierung zusätzlich verlängert und nicht bei allen Tieren korrekt gelingt. Die Folge sind schlecht ausgeführte Schnitte, die dazu führen können, dass es zu einer verzögerten Ausblutung durch die Bildung von Thromben kommt. Das Schlachten in Rückenlage bedeutet auch, dass sich Blutseen an der Schnittstelle bilden können, die ebenfalls die Ausblutung behindern. So besteht die Gefahr, dass die Tiere das Bewusstsein wiedererlangen und quasi geschächtet werden.