
Die Veranstaltung fand am 24. November 2005 statt.
Der Tierschutz hat für die Landesregierung Rheinland-Pfalz einen hohen Stellenwert. Bereits im März 2000 hat Rheinland-Pfalz den Tierschutz in der Landesverfassung verankert; 2002 wurde er auch als Staatsziel in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen. Dafür hat sich Rheinland-Pfalz nachdrücklich eingesetzt.
Das Wohl landwirtschaftlicher Nutztiere, seien es Legehennen, deren Käfighaltung es abzuschaffen galt, oder Tiere auf dem Transport, dessen zeitliche Begrenzung Rheinland- Pfalz seit Jahren fordert, ist der Landesregierung ein großes und stetiges Anliegen. Sie setzt sich ein für die Verringerung von Belastungen für Versuchstiere und den Ersatz von Tierversuchen durch geeignete Alternativverfahren.
Das Tierschutzgesetz besagt, dass Tierversuche nur durchgeführt werden dürfen, soweit sie zu einem der folgenden Zwecke unerlässlich sind:
- Vorbeugen, Erkennen oder Behandeln von Krankheiten bei Mensch oder Tier,
- Erkennen von Umweltgefährdungen,
- Prüfung von Stoffen oder Produkten auf ihre Unbedenklichkeit für die Gesundheit von Mensch oder Tier
- Grundlagenforschung.
Bei der Entscheidung, ob Tierversuche unerlässlich sind, ist der jeweilige Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zugrunde zu legen und zu prüfen, ob der verfolgte Zweck nicht durch andere Methoden oder Verfahren erreicht werden kann.
Rheinland-Pfalz setzt daher seit Jahren auf die Förderung von Alternativen zu Tierversuchen. Allerdings sind Fortschritte auf diesem Gebiet schwierig.
Die Veranstaltung hatte zum Ziel, über den Stand der Entwicklung der Alternativforschung zu informieren, möglicherweise die Grenzen der Alternativmethoden deutlich zu machen und Wege zu finden, wie die Bemühungen um eine Forschungsförderung verbessert werden können.
Programm
17.30 Uhr
Begrüßung / Eröffnung
Margit Conrad
Ministerin für Umwelt und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz
17.40 Uhr
Alternativmethoden und Validierungsverfahren
Dr. Manfred Liebsch
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ergänzungs- und Ersatzmethoden zum Tierversuch (ZEBET)
17.55 Uhr
Ohne Tierversuche wird es nicht gehen
Prof. Dr. Ulrich Förstermann
Institut für Pharmakologie - Johannes Gutenberg Universität Mainz
18.10 Uhr
Ersatz von Tierversuchen - keine Utopie
Dr. Christiane Baumgartl-Simons
Menschen für Tierrechte Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
18.30 Uhr
Eröffnung der Podiumsdiskussion
Mitglieder der Podiumsdiskussion
- Dr. Manfred Liebsch, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
- Dr. Christiane Baumgartl-Simons, Menschen für Tierrechte Ð Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
- Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Institut für Pharmakologie - Johannes Gutenberg Universität Mainz
- Dr. Ursula Sauer, Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes e.V.
- Dr. Martin Kayser, BASF AG
20.30 Uhr
Ausblick
Margit Conrad
Ministerin für Umwelt und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz
Referenten
- Dr. Manfred Liebsch
Fachgruppenleiter "Alternativmethoden zu Tierversuchen" der
Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ergänzungs- und Ersatzmethoden zum Tierversuch ( ZEBET) beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Diedersdorfer Weg 1
12277 Berlin - Prof. Dr. Ulrich Förstermann
Mediziner
Leiter des Instituts für Pharmakologie an der Johannes Gutenberg-Universität Obere Zahlbacher Str. 67 55101 Mainz - Dr. Christiane Baumgartl-Simons
Tierärztin
Mitglied im Vorstand
Menschen für Tierrechte ? Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Roermonder Straße 4a
52072 Aachen - Dr. Ursula Sauer
Tierärztin
Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes e.V.
Spechtstr. 1
85579 Neubiberg - Dr. Martin Kayser
Mediziner
Leiter der Produktsicherheit und experimentellen Toxikologie
BASF AG
67056 Ludwigshafen - Beatrix Reiss
Journalistin
Südwestrundfunk Rheinland-Pfalz
